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		<title>&#8220;Journalistische&#8221; Glosse</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 05:46:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die letzten Wochen seit der Berliner Wahl waren schon ziemlich turbulent f&#252;r die vierte Macht im Staat, den H&#252;ter der Demokratie, das mediale Spiel um Aufmerksamkeit. Was wei&#223; ich denn, ob das mehrere Graswurzelbewegungen waren aus denen die Gr&#252;nen damals entstanden: f&#252;r Umwelt, gegen Atom, f&#252;r Emanzipation, gegen Krieg und Karies. Wenn man ihnen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Wochen seit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin_2011">Berliner Wahl</a> waren schon ziemlich turbulent f&#252;r die vierte Macht im Staat, den H&#252;ter der Demokratie, das mediale Spiel um Aufmerksamkeit. Was wei&#223; ich denn, ob das mehrere Graswurzelbewegungen waren aus denen die Gr&#252;nen damals entstanden: f&#252;r Umwelt, gegen Atom, f&#252;r Emanzipation, gegen Krieg und Karies. Wenn man ihnen das jetzt in Abrede stellt ist das ganz allein die Schuld der Piraten, denn diese <a href="https://twitter.com/#!/pavel23/status/116568286019330048">Ein-Themen-Partei</a> fordert ja ausschlie&#223;lich die totale Freiheit im Internet.</p>
<p>Das wird wie bei den Gr&#252;nen auch noch die n&#228;chsten drei Jahrzehnte so bleiben, denn Inhalte erarbeiten ist halt viel Arbeit und geht nicht &#252;ber Nacht, selbst wenn <a href="http://www.ctrl-verlust.net/das-politische-denken-der-piraten/">der grundlegende Politikansatz der Piraten</a> feststeht, das Programm daran w&#228;chst und diverse Wegweiser recht deutlich zeigen wohin die Reise gehen soll. In den Medien wird das aber nicht aufgegriffen, denn Inhalte erarbeiten ist halt viel Arbeit und geht nicht &#252;ber Nacht. Ich zeige daher mein vollstes Verst&#228;ndnis wenn die Mehrheit der Journalisten einfach nachplappert und abschreibt was ihre Kollegen sich in minutenlanger Nichtrecherche selber erdacht haben.</p>
<p>In diesem Internet, das ohnehin mehr Schaden anrichtet als es n&#252;tzt, findet man ja sowieso <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/oktober/parlament-geentert-piraten-an-bord">keine brauchbaren Quellen</a>, also lieber die Sicht des uninformierten Zuschauers einnehmen, dann wirkt es wenigstens authentisch. Etwas stutzig macht mich zwar schon, dass es zwischen Volkspartei und Ein-Themen-Partei keine anderen Gr&#246;&#223;eneinheiten zu geben scheint, aber so oft wie die Piraten schon mit der <a href="http://wahlarchiv.tagesschau.de/wahlen/2011-09-18-LT-DE-BE/charts/analyse-wanderung/chart_547386.png">vormaligen Pr&#228;ferenz des anscheinend wichtigsten Sechstels ihrer W&#228;hler</a>: den Gr&#252;nen &#8212; also praktisch ihrer Ursuppe &#8212; verglichen worden sind, das f&#228;rbt halt ab. Gegenseitig und r&#252;ckwirkend.</p>
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		<title>Plagiatsaff&#228;re Guttenberg</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 05:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war in der Wissenschaft noch nie eine Schande, sich der Gedanken anderer zu bedienen, man muss es halt nur immer kennzeichnen. Bevor man dieses Prinzip verstanden hat, kann man durchaus dem Denkirrtum erliegen, man m&#252;sse als wissenschaftlicher Autor selbst ein Genie sein, das ganz alleine die Welt erkl&#228;ren kann. Wissenschaft aber bedeutet, auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war in der Wissenschaft noch nie eine Schande, sich der Gedanken anderer zu bedienen, man muss es halt nur immer kennzeichnen. Bevor man dieses Prinzip verstanden hat, kann man durchaus dem Denkirrtum erliegen, man m&#252;sse als wissenschaftlicher Autor selbst ein Genie sein, das ganz alleine die Welt erkl&#228;ren kann. Wissenschaft aber bedeutet, auf den Schultern von Riesen zu stehen, auf vielen, manchmal hunderten von Bausteinen aufzubauen, um dann am Ende nur noch einen weiteren kleinen Kiesel draufzusetzen.</p>
<p>Wenn man dieses grundlegende Prinzip wissenschaftlichen Schreibens erst einmal verstanden und verinnerlicht hat, dann ist es fast schon trivial. Aber dann ist es auch nicht mehr verzeihlich (und eigentlich auch gar nicht n&#246;tig), den eigenen kleinen i-Punkt von anderen abzuschreiben und sich mit fremden Federn zu schm&#252;cken. So sehr ich auch der Meinung bin, dass Fehler zu machen menschlich ist, so habe ich f&#252;r Guttenberg in dieser Sache kein Mitleid.</p>
<p>Es geht immerhin nicht um einen l&#228;ppischen <a href="http://wurstzuber.wordpress.com/2011/02/18/karl-theodor-%E2%80%93-eine-geschichte-wie-sie-nur-das-leben-schreibt/">Deutschaufsatz</a> oder eine Seminarausarbeitung, sondern um eine Doktorarbeit, die zudem noch mit &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenbergs-doktorarbeit-summa-cum-laude-mehr-als-schmeichelhaft-1.1060779">summa cum laude</a>&#8221; ausgezeichnet wurde. Die Verdachtsmomente werfen eben auch andere Fragen auf als nur die, ob er vielleicht unter Zeitdruck ein bischen zu sehr geschludert hat: n&#228;mlich ob er einen Ghostwriter engagiert hat, oder ob ihn die Gutachter trotz der M&#228;ngel mit Auszeichnung durchgewunken haben.</p>
<p>Guttenberg inszeniert sich sonst immer gerne als Speerspitze einer von vorne bis hinten sauberen und integeren (Leistungs-)Elite. Allerdings mochte sich mir aus seiner allzu schnellen Karriere noch keine Rechtfertigung daf&#252;r offenbaren, dass die &#228;u&#223;erlich geschniegelte H&#252;lle auch von entsprechenden F&#228;higkeiten ausgef&#252;llt ist. Vielleicht habe ich ja nur nicht gr&#252;ndlich genug gesucht, aber ich habe den Eindruck, dass er von einem Mythos umgeben wird, der ihn ma&#223;los &#252;berh&#246;ht. Deshalb w&#252;rde es mich freuen wenn mit der Plagiats-Geschichte der &#8220;Mythos Guttenberg&#8221; endlich beendet wird und die Allgemeinheit von nun an die &#8220;Person Guttenberg&#8221; als diejenige bewertet, die sie tats&#228;chlich ist. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
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		<title>Aus den Kommentar-Spams..</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Check out a marvelous search engine –
Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /var/www/html/links.php on line 17

Das nenn ich doch mal eine richtig &#8220;&#252;berzeugende&#8221; Werbung!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Check out a marvelous search engine –<br />
Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /var/www/html/links.php on line 17
</p></blockquote>
<p>Das nenn ich doch mal eine richtig &#8220;&#252;berzeugende&#8221; Werbung!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>BGE und Peer Production</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 09:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren ist mir Oekonux ein Begriff, eine Community, die das Modell der Entwicklung freier Software auf eine allgemeine Wirtschaftsform &#252;bertragen m&#246;chte. Sie benutzt f&#252;r ihre Theorie den im wahrsten Sinne des Wortes blumigen Begriff &#8220;Keimform&#8221;, der unter meinen damaligen Peers in erster Linie f&#252;r Heiterkeit sorgte. Aber selbst wenn ihre Theorie vielleicht nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren ist mir <a href="http://www.oekonux.de/">Oekonux</a> ein Begriff, eine Community, die das Modell der Entwicklung freier Software auf eine allgemeine Wirtschaftsform &#252;bertragen m&#246;chte. Sie benutzt f&#252;r ihre Theorie den im wahrsten Sinne des Wortes blumigen Begriff &#8220;Keimform&#8221;, der unter meinen damaligen Peers in erster Linie f&#252;r Heiterkeit sorgte. Aber selbst wenn ihre Theorie vielleicht nicht den h&#246;chsten wissenschaftlichen Anspr&#252;chen gen&#252;gen mag, so sprechen sie dennoch einen interessanten politischen Punkt an: eine Gesellschaft, in der man sich frei organisiert ohne das Primat des Kapitals selbst verwirklichen kann. Das Prinzip der &#8220;Peer Production&#8221; beleuchtet Christian Siefkes in seinem Buch &#8220;<a href="http://peerconomy.org/wiki/Deutsch">Beitragen statt tauschen</a>&#8220;.</p>
<p>Heute sehe ich ihren Ansatz in Verbindung mit der Idee des Grundeinkommens mit etwas anderen Augen. Die Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens w&#252;rde es wohl erlauben, gro&#223;e Teile ihrer antizipierten Wirtschaftsform umzusetzen. G&#252;ter und Dienstleistungen w&#252;rden zwar nicht einfach aufh&#246;ren, Waren zu sein, und das Geld w&#252;rde nicht verschwinden, aber die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen erlaubte die von ihnen ersehnte Selbstentfaltung in frei gew&#228;hlten T&#228;tigkeiten, und die unter bestimmten Bedingungen sehr fruchtbare Produktionsweise freier Softwareprojekte k&#246;nnte auf andere Bereiche deutlich ausgeweitet werden. Die Verbindung von Grundeinkommen und Peer Production erscheint mir insgesamt eine sehr nat&#252;rliche, und ich bin geradezu erstaunt, dass das Grundeinkommen von den Oekonuxern nicht (st&#228;rker) propagiert wird. Die ihnen gewiss noch innewohnende Vorstellung, das Kapital vollends &#252;berwinden zu m&#252;ssen, steht dem wohlm&#246;glich im Wege?</p>
<p>Selbst wenn wir mit einem Grundeinkommen das Kapital nicht &#252;berwinden werden, sondern uns mit ihm &#8220;nur&#8221; nachhaltig arrangieren k&#246;nnen &#8212; was unter den heutigen Bedingungen leider nicht gilt &#8211;, w&#228;re viel gewonnen. Der Antrieb zu Arbeit sollte vor allem intrinsischer Natur sein: individuelle Interessen und Ziele, Bildung und Weiterentwicklung, Freundschaftsdienste und Familienarbeit aus Zuneigung und Hilfsbereitschaft. Produktionen m&#252;ssen in einem entsch&#228;rften Kapitalismus keine Gewinne abwerfen, solange sie nur Kosten und Steuern decken. Das Streben nach Gewinn k&#246;nnte sich von au&#223;en (Geld) nach innen (Befriedigung) verlagern. Im Mittelpunkt dessen sehe ich ein sinnerf&#252;lltes Leben und Streben: organisiert als Peer Production, erm&#246;glicht durch ein bedingungsloses Grundeinkommen.</p>
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		<title>Meine Weihnachtsbotschaft: Andacht ohne Gott</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 15:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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Die Adventszeit ist eine h&#246;chst sinnliche Zeit: Zucker und Fett, Alkohol und Gew&#252;rze, aber auch jede Menge Kerzen und Lichterketten helfen uns dabei, in der dunklen Jahreszeit (zur Wintersonnenwende) bei Laune zu bleiben. Weihnachten kann ein wunderbar sch&#246;nes und besinnliches Fest sein, an dem man mit seiner Familie zusammenkommt, ausgiebig tafelt, sich gegenseitig eine Freude [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://wolframswebworld.de/blog/img/20091226-1.jpg" /></p>
<p>Die Adventszeit ist eine h&#246;chst sinnliche Zeit: Zucker und Fett, Alkohol und Gew&#252;rze, aber auch jede Menge Kerzen und Lichterketten helfen uns dabei, in der dunklen Jahreszeit (zur Wintersonnenwende) bei Laune zu bleiben. Weihnachten kann ein wunderbar sch&#246;nes und besinnliches Fest sein, an dem man mit seiner Familie zusammenkommt, ausgiebig tafelt, sich gegenseitig eine Freude macht, zusammen redet, lacht und singt.</p>
<p>Aber in die Kirche sind wir an Weihnachten nie gegangen, und davon war ich noch nie so &#252;berzeugt wie heute. Wenn <a href="http://www.taz.de/1/debatte/sonntazstreit/artikel/1/tannenbaum-brimborium-fuer-alle/">Katrin G&#246;ring-Eckardt in der sonntaz</a> meint, dass alle guten Gewissens zum Weihnachtsgottesdienst gehen k&#246;nnten, weil die christliche Botschaft alles andere als exklusiv f&#252;r regelm&#228;&#223;ige Gottesdienstbesucher sei, dann &#228;ndert das nichts an der Tatsache, dass es trotzdem eine christliche &#8212; also religi&#246;se &#8212; Botschaft ist, und dass der Gottesdienst in der Kirche ein Dienst an einem Gott ist, noch dazu an einem bestimmten.</p>
<p>Dabei ist das Weihnachtsfest schon sehr viel &#228;lter als das Christentum, und es hat f&#252;r viele Menschen gar keine religi&#246;se Bedeutung. Es sollte aber auch mehr als nur ein Konsumevent sein: ein Fest der Liebe. Aber statt eines Gottesdienstes brauchen wir eine Andacht f&#252;r <em>alle</em> Menschen. Uns eint kein Gott, sondern nur unser Mensch-sein. Unseren <a href="http://www.myvideo.de/watch/1486760/Karat_Der_blaue_Planet">blauen Planeten</a> und sein Klima m&#252;ssen wir selber retten. &#8220;Friede auf Erden&#8221; ist eine universelle Botschaft, f&#252;r die es keine Kirche, keinen Geistlichen braucht, sondern Menschen, die die Waffen niederlegen und deren Fabriken schlie&#223;en.</p>
<p>Atheismus bedeutet nicht, keine Seele zu haben, sondern der Papst seines eigenen Weltbilds zu sein. Jeder kann seine eigene Weihnachtsbotschaft von Frieden und Liebe verk&#252;ndigen, die Herzen ber&#252;hrt und uns &#252;berdenken l&#228;sst was wir in dieser Welt noch besser machen k&#246;nnen. Deshalb rufe ich jeden Erdenb&#252;rger auf, n&#228;chstes Jahr zur Weihnachtszeit eine eigene Andacht zu halten, zu organisieren oder einer beizuwohnen. Nicht von und f&#252;r Gott, sondern in bester humanistischer Tradition von Menschen f&#252;r Menschen.</p>
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		<title>Bundestagswahl 2009: W&#228;hlen gehen!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 09:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ennomane Blog weist zur heutigen Bundestagswahl nochmals auf die W&#228;hlbarkeit der Piratenpartei hin, besser h&#228;tte ich das auch nicht zusammenfassen k&#246;nnen.
Nichtw&#228;hler st&#228;rken &#252;brigens die CDU, und den Protest mittels ung&#252;ltiger Wahlzettel wird genau niemand h&#246;ren. W&#228;hlengehen ist allererste Demokratenpflicht, und deshalb werde ich mich jetzt auch nicht mehr lange mit Schreiben aufhalten, sondern gehe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ennomane Blog weist zur heutigen Bundestagswahl nochmals auf die <a href='http://www.ennomane.de/2009/09/26/zur-waehlbarkeit-der-piratenpartei/'>W&#228;hlbarkeit der Piratenpartei</a> hin, besser h&#228;tte ich das auch nicht zusammenfassen k&#246;nnen.</p>
<p>Nichtw&#228;hler st&#228;rken &#252;brigens die CDU, und den Protest mittels ung&#252;ltiger Wahlzettel wird genau niemand h&#246;ren. W&#228;hlengehen ist allererste Demokratenpflicht, und deshalb werde ich mich jetzt auch nicht mehr lange mit Schreiben aufhalten, sondern gehe gleich los um meinen <a href="http://live.piratenpartei.de/bild/plakat-aenderhaken">&#196;nderhaken</a> zu setzen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Presse, der freie Markt und das Grundeinkommen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 13:08:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neuerdings soll die Presse durch Stiftungen gerettet werden. Dabei wird nun das gedruckte Wort &#252;ber das schriftliche Wort im Allgemeinen gehoben, als ob es wahrer oder wertvoller w&#228;re. Christian St&#246;cker erkennt richtig, dass der sog. Qualit&#228;tsjournalismus (bzw. sein Abhandenkommen als Symptom) hierbei vorgehalten wird, tats&#228;chlich aber etwas anderes aufrecht erhalten werden soll. Das ist aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neuerdings soll die Presse durch Stiftungen gerettet werden. Dabei wird nun das gedruckte Wort &#252;ber das schriftliche Wort im Allgemeinen gehoben, als ob es wahrer oder wertvoller w&#228;re. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,650858,00.html">Christian St&#246;cker erkennt richtig</a>, dass der sog. Qualit&#228;tsjournalismus (bzw. sein Abhandenkommen als Symptom) hierbei vorgehalten wird, tats&#228;chlich aber etwas anderes aufrecht erhalten werden soll. Das ist aber nicht (nur) das Medium Papier als solches, sondern sein alter Markt. Dazu muss zun&#228;chst die Frage erlaubt sein, warum Werbung als Finanzierungsm&#246;glichkeit im alten Medium funktionieren soll und im neuen nicht: Haben sich die altbackenen Zeitungsmacher von den Werbern im Internet mit zu niedrigen Banner- und Klickpreisen &#252;ber den Tisch ziehen lassen, oder waren es die Presseleute selbst, die ihre Printfl&#228;chen lange Jahre mit &#252;berzogenen Preisvorstellungen verkaufen konnten?</p>
<p>Kern des Problems ist aber, dass wir mit dem derzeitigen Wandel nicht nur eine neue Medienlandschaft, sondern damit auch ganz neue M&#228;rkte haben, die die alten langsam aber sicher verdr&#228;ngen, oder zumindest stark ver&#228;ndern. Derartige Umbr&#252;che sind in freien M&#228;rkten normal und es wird sie auch in Zukunft geben. Auch schon fr&#252;her haben &#8220;Betroffene&#8221; immer empfindlich auf Ver&#228;ndungen reagiert. Das ist verst&#228;ndlich und auch ihr gutes Recht, allerdings sehe ich das im Fall der Presse besonders kritisch. Sie selbst war es doch, die w&#228;hrend vieler vergangener Jahre, gerade auch unter der neoliberalen Schr&#246;der-SPD, willf&#228;hrig und viel zu unkritisch die Heilsbotschaften von den unregulierten, freien M&#228;rkten unter das Volk brachte und bef&#246;rdert hat. Sie war es auch, die der ungeh&#246;rigen Neiddebatte eine gesellschaftliche Pr&#228;senz mit viel einseitigem Diskus geliefert hat und dabei mithalf, einen Volksaufstand gegen den Hartz-B&#252;rokratismus zu verhindern. Politik wird eben nicht nur in den Erkl&#228;rungen der Politiker gemacht, sondern mit ihrer Verbreitung bzw. der Nichtverbreitung von Gegenpositionen. Nun sieht sich die Presse selbst einem neuen, freien Markt, Entlassungen und schlecht bezahlter Arbeit gegen&#252;ber und jammert &#252;ber zuviel Konkurrenz und schwindende Einnahmen. Die aufs Abstellgleis geschobenen und <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31162/1.html">f&#252;r Niedrig- und Hungerl&#246;hne zugerichteten Arbeitnehmer</a> praktisch aller anderen Branchen hatten leider nicht das Privileg so laut schreien zu k&#246;nnen wie die Presse.</p>
<p>Nun w&#228;re es allerdings fatal zu verlangen, dass zu Gunsten privatwirtschaftlicher Unternehmen immer wieder neue staatliche Beg&#252;nstigungen und Rechte eingef&#252;hrt werden sollten, im Glauben damit k&#246;nne alles so werden wie es einmal war. Derartiges wird nat&#252;rlich versucht, und die aktuelle Wirtschaftspolitik samt Fallschirmen f&#252;r Banken geht sogar weit dar&#252;ber hinaus. Auch Stiftungen k&#246;nnen da nicht mehr leisten als wieder nur kurzsichtig an den Symptomen herumzudoktern. Selbst Mindestl&#246;hne oder die vielbeschworene Kulturflatrate sind letztlich eine vielversprechende, aber eigentlich unzureichende Teill&#246;sung f&#252;r die heutigen Probleme, die nicht nur unsere Nation bewegen, sondern die ganze Welt. Denn was Markt-&#214;konomen und ihre Zuh&#246;rer stets &#252;bersehen ist der Unterschied zwischen &#246;konomischem Anreiz und menschlichem Zwang (euphemistisch: negativer Anreiz). Unternehmen sind virtuelle Konstrukte, die Menschen dahinter aber nicht. Unternehmen haben eine Gewinnabsicht und einen Anreiz durch Profit. Wenn sie keinen Profit abwerfen, m&#252;ssen sie sich umstellen oder untergehen: niemand sollte dar&#252;ber weinen m&#252;ssen wenn ein virtuelles Konstrukt verschwindet.</p>
<p>Tats&#228;chlich h&#228;ngen aber immer Menschen mit dran, und diese verschwinden nicht einfach. Menschen werden nat&#252;rlich auch durch Anreize gelenkt, aber hinter Menschen stehen vor allem nat&#252;rliche Zw&#228;nge: Der Zwang zum &#220;berleben, zum Essen, und zur Fortplanzung. Diese Art von nat&#252;rlichen Zw&#228;ngen m&#252;ssen um ihrer selbst willen befriedigt werden. Manch einer mag mir jetzt widersprechen, aber Zw&#228;nge befl&#252;geln Menschen nicht, schon gar nicht wirtschaftlich, und deshalb funktionieren die Hartz-Sanktionen auch nicht. K&#252;nstlich geschaffene Zw&#228;nge werden ebenfalls nur um ihrer selbst willen befriedigt, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31163/1.html">wenn das &#252;berhaupt m&#246;glich ist</a>, und f&#252;hren nur dazu, Menschen zu unterdr&#252;cken (euphemistisch: zu &#8220;aktivieren&#8221;). Wir d&#252;rfen aber Menschen nicht unterdr&#252;cken oder untergehen lassen sobald sie keinen Profit mehr abwerfen, oder sie einer rein willk&#252;rlich von Eliten getroffenen Definition von gesellschaftlichem Nutzen nicht mehr gen&#252;gen k&#246;nnen; aber genau das tun wir derzeit mit jedem Arbeitslosen, der durch unser aller System, das wir mitgestalten k&#246;nnen, in Not ger&#228;t. Es ist Usus geworden, jeden B&#252;rger einzeln an die Wand zu stellen und von ihm einen Beitrag zur Gesellschaft zu fordern, aber f&#252;r das F&#246;rdern sind wir dann nicht mehr zust&#228;ndig, und f&#252;r profitorientierte Unternehmen werden diese Ma&#223;st&#228;be schon gleich gar nicht angelegt.</p>
<p>Nun haben uns vergangene &#246;konomische Modelle durchaus (oft mehr schlecht als recht) geholfen, unsere menschlichen Notwendigkeiten zu befriedigen, mit Schrecken m&#252;ssen wir allerdings heute erkennen, dass bei einer wachsenden Zahl von Menschen das unsrige &#252;berhaupt nicht mehr funktioniert. Die Arbeitslosen werden nicht mehr weniger auch wenn man sich das bei Bundesagenturen noch so sch&#246;nrechnet. Die M&#228;rkte wandeln sich schneller denn je, sind weitgehend unreguliert, werden h&#228;rter und menschenverachtender. Die Rente ist schon lange nicht mehr sicher, die Kinderarmut in Deutschland ist unakzeptabel. Stets versprechen Wirtschaftspolitiker Abhilfe, aber immer nur indirekt, indem sie den virtuellen Konstrukten helfen. Seit Generationen wird vergeblich versucht &#8212; und daran wird auch in Zukunft jeder stets scheitern &#8212; unseren Markt menschlich zu gestalten. Alles was bisher erreicht wurde, ist nur, die Menschen immer mehr dem Markt anzupassen. Dieser Weg ist falsch und wir sind sp&#228;testens jetzt an eine wichtige Grenze gesto&#223;en, an der unsere Humanit&#228;t und unser Selbstverst&#228;ndnis als Mensch auf eine harte Probe gestellt werden.</p>
<p>Aber was k&#246;nnte eine L&#246;sung sein? Wir haben im Prinzip zwei M&#246;glichkeiten, die jedoch beide auf eines hinauslaufen m&#252;ssen, n&#228;mlich den Mensch und seine Existenzberechtigung aus den Unw&#228;gbarkeiten des Marktes herauszuhalten. Eine Planwirtschaft w&#228;re mit dem heutigen Stand von Wissen und Informationstechnik sicherlich besser machbar als noch vor 50 Jahren, aber gewiss nicht einfacher und auch historisch keine besonders naheliegende L&#246;sung. Die zweite M&#246;glichkeit ist, den freien Markt zu erhalten und auch weiterhin zu f&#246;rdern, aber jedem Menschen dabei seine pers&#246;nliche Existenz zu erm&#246;glichen, ohne sich zwingend diesem Markt aussetzen zu m&#252;ssen. Den freien Markt und den freien Menschen miteinander zu vereinbaren geht letztlich nur mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.</p>
<p>P.S.: Das <a href="http://www.grundeinkommen-ist-waehlbar.de/">Grundeinkommen ist w&#228;hlbar</a>, bei der Bundestagswahl 2009 durch &#252;ber 151 Kandidierende in 110 Wahlkreisen.</p>
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		<title>Ich bin Pirat!</title>
		<link>http://wolframswebworld.de/blog/20090824/ich-bin-pirat/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 21:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie bekommt man eine zeitgem&#228;&#223;e Netzpolitik in den Bundestag? An die Reformf&#228;higkeit der Volksparteien glaube ich inzwischen nicht mehr. Mein Respekt gilt den K&#252;hnen, die derartiges versuchen, aber derzeit sehe ich die Netzpolitik der SPD ganz in kompetenzfreiem schwarz. Black ist beautiful, geh&#246;rt aber nicht in die Politik. Bei CDU/CSU sind Hopfen und Malz n&#228;mlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie bekommt man eine zeitgem&#228;&#223;e Netzpolitik in den Bundestag? An die Reformf&#228;higkeit der Volksparteien glaube ich inzwischen nicht mehr. Mein Respekt gilt den K&#252;hnen, die derartiges versuchen, aber derzeit sehe ich die Netzpolitik der SPD ganz in kompetenzfreiem schwarz. Black ist beautiful, geh&#246;rt aber nicht in die Politik. Bei CDU/CSU sind Hopfen und Malz n&#228;mlich schon g&#228;nzlich verloren, sie wollen das Internet gem&#228;&#223; ihrer Doppelmoralvorstellungen und zahlreichen Lobbyistenw&#252;nsche einschr&#228;nken. Vielleicht wird das in zehn oder zwanzig Jahren ganz anders aussehen, aber unsere Gesellschaft kann es sich einfach nicht leisten, dass die Politik so lange hinterherhinkt, und ich will nicht den Rest meines Lebens vergeblich auf Besserung warten. Wer wie ich viel im Netz lebt und arbeitet mag sich nicht damit abfinden, dass wir noch l&#228;nger von Senioren-Politikern regiert werden, die das Internet nur von den Ausdrucken ihrer Sekret&#228;rinnen und den unversch&#228;mten Hetzreden, Polemiken und leider auch L&#252;gen profilierungss&#252;chtiger Gestalten kennen.</p>
<p>Bei den kleinen gro&#223;en Parteien sieht es derzeit aber auch nicht rosig aus. Die Linke ist beim Thema Netzpolitik eher das Gegenteil von schwarz, n&#228;mlich wei&#223; wie ein begonnener Flipchart: es gibt zwar erste Ans&#228;tze, aber das reicht noch lange nicht. Die FDP nutzt zwar das Netz, aber wie die meisten anderen nur um ihre Offline-Themen zu bewerben, und ist weiterhin nicht glaubw&#252;rdig, sich &#252;ber Lippenbekenntnisse hinaus f&#252;r B&#252;rgerrechte einzusetzen. Den Gelben werden der Wirtschaftsneoliberalismus und die irref&#252;hrenden Mantras der Gro&#223;verdiener auch in Zukunft immer wichtiger sein als der einzelne (insb. mittellose) B&#252;rger und seine Rechte. Eher noch k&#246;nnten es die Gr&#252;nen schaffen, sich neben Umweltpolitik und Green New Deal auch f&#252;r B&#252;rgerrechte einzusetzen und sinnvolle Politik f&#252;r das Netz zu machen. Leider haben sie angesichts der unter ihrer Mitregierung verabschiedeten &#8220;Sicherheits&#8221;-gesetze und der ambivalenten Haltung gegen&#252;ber Zensursula so einiges an Glaubw&#252;rdigkeit eingeb&#252;&#223;t. Die Gr&#252;nen sind von den etablierten Parteien am nahesten dran an der Internetgeneration, aber auch nicht so richtig drin. Zumindest kann der W&#228;hler sicher sein, dass sie nicht an der 5%-H&#252;rde scheitern werden und dass sie zu den meisten Offline-Themen (nicht nur Umwelt) recht brauchbare Politik machen.</p>
<p>Die einzig wirkliche Option f&#252;r eine zeitgem&#228;&#223;e Netz- und B&#252;rgerrechtspolitik ist derzeit die <a href="http://www.piratenpartei.de">Piratenpartei</a>. Zwar konzentriert sie sich derzeit &#8220;nur&#8221; auf ihre Kernthemen, aber das kann man auch als St&#228;rke sehen. Wer sie auf eine 1-Themen- oder Internet-Partei reduziert, tut ihr jedenfalls unrecht. Sie tritt online wie offline f&#252;r mehr Basisdemokratie, die Wahrung unserer Grundrechte, Privatsph&#228;re und Datenschutz ein: Werte, die von den letzten Regierungen wiederholt und wissentlich mit F&#252;&#223;en getreten wurden. Der Staat soll transparenter werden und f&#252;r die Menschen da sein, nicht umgekehrt wie es jetzt der Fall ist. Die Politik muss den rechtlichen Rahmen an die heutigen Medienlandschaft anpassen ohne dabei zu kriminalisieren oder zu zensieren. Informationen, Bildung und Wissen m&#252;ssen f&#252;r jeden gleicherma&#223;en zug&#228;nglich sein (z.B. durch Open Access, keine Studiengeb&#252;hren). Die Implikationen dieser Kernthemen sind so umfangreich, dass sie sich in Konsequenz durch fast alle Lebensbereiche ziehen. Wahrscheinlich stehen die Piraten sogar f&#252;r einen <a href="http://www.maha-online.de/blog/2009/06/18/klarmachen-zum-andern-%E2%80%93-ein-politischer-paradigmenwechsel/">Paradigmenwechsel</a> der politischen Kultur. Ich begreife die Piraten als einen politischen Aufbruch ins Informationszeitalter von dem Al Gore nur tr&#228;umen konnte. Deshalb hei&#223;t es auch von mir: &#8220;Ich bin Pirat!&#8221;</p>
<p><object width="450" height="277"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3Ixl68QAhGw&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;color1=0xe1600f&#038;color2=0xfebd01"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/3Ixl68QAhGw&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;color1=0xe1600f&#038;color2=0xfebd01" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="450" height="277"></embed></object><br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=3Ixl68QAhGw">YouTube Video</a>)</p>
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		<title>Fleisch-PR in der taz</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 18:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin kein Vegetarier aus Schuld! Genau das aber hat Till Ehrlich in seinem taz-Artikel &#8220;Tofu in der Kulturkritik &#8212; Essen ohne Schuld?&#8221; vom 27. 06. 2009 impliziert. Meiner Vermutung nach behaupten sowas nur Fleischesser, die von sich auf andere schie&#223;en. Verkommt die taz jetzt zum &#8220;Wurstblatt&#8221;?
Der Artikel steht dort als &#8220;Kulturkritik&#8221;, scheint aber so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin kein Vegetarier aus Schuld! Genau das aber hat Till Ehrlich in seinem taz-Artikel &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/essen-ohne-schuld/">Tofu in der Kulturkritik &#8212; Essen ohne Schuld?</a>&#8221; vom 27. 06. 2009 impliziert. Meiner Vermutung nach behaupten sowas nur Fleischesser, die von sich auf andere schie&#223;en. Verkommt die taz jetzt zum &#8220;Wurstblatt&#8221;?</p>
<p>Der Artikel steht dort als &#8220;Kulturkritik&#8221;, scheint aber so gar nicht auf intellektuelles Publikum abzuzielen, sondern kratzt d&#252;rftig an der esskulturellen Oberfl&#228;che und relativiert ansonsten haupts&#228;chlich die vielen Probleme des industriellen Fleischkonsums, indem er Tofu als Stellvertreter f&#252;r Vegetarismus angreift. Allerdings ern&#228;hren sich Vegetarier &#252;berwiegend von anderen Dingen als Tofu. Selbst Fleischersatz wird meistens nicht aus Tofu hergestellt, sondern z.B. aus texturiertem Weizeneiwei&#223; (Seitan). Somit pr&#228;sentiert der eigentlich gelernte Koch hier haupts&#228;chlich seine Unkenntnis &#252;ber fleischlose Ern&#228;hrung, die er bisher vermutlich auch beruflich zelebriert hat, und bedient billige Klischees und Vorurteile.</p>
<p>Er kritisiert, dass Tofu keinen Eigengeschmack habe, &#8220;vergisst&#8221; aber, dass dies bei rohem Fleisch nicht anders ist. Und er konstruiert Widerspr&#252;che, die nicht existieren. Wurstaroma ist durchaus kein Widerspruch zu fleischloser Ern&#228;hrung, da Vegetarismus vielerlei Motivation haben kann. Einer davon mag sicherlich sein, dass man sich vor Fleisch ekelt &#8212; diese Leute werden auch kein Wurstaroma m&#246;gen. So ziemlich alle anderen Motivationen f&#252;r vegetarische Ern&#228;hrung, also gesundheitliche, politische, ethische, tierrechtliche, &#246;kologische etc. beziehen sich vor allem auf die Herstellung des Fleischs und die Folgen des Konsums, aber &#252;berhaupt nicht auf den Geschmack. Diejenigen Vegetarier, die mit regelm&#228;&#223;igem Fleischkonsum aufgewachsen sind, greifen nicht aus Drang sondern h&#246;chstens aus Gewohnheit hier und da auch schon mal zum Wurstaroma. Wer aber ohne die Fleischorgien des letzten Jahrhunderts aufgewachsen ist wird jene im Erwachsenenalter aber erst recht nicht missen. Ich empfinde solche Produkte als Bereicherung des Speiseplans, zumal viele gar nicht den Charakter eines Ersatzes haben sondern ihre eigenen Qualit&#228;ten mitbringen.</p>
<p>Till Ehrlich hat allein damit recht, dass wir Tofu nicht auf breiter Ebene in unsere Kultur integriert haben, aber das h&#228;tte mich auch &#252;berrascht. Wenn sich unsere Esskultur &#228;ndert, dann tut sie das &#252;ber l&#228;ngere Zeitr&#228;ume, &#252;ber Generationen hinweg. Im Zuge dessen bilden sich dann evtl. auch neue Traditionen aus, deren heutiges Fehlen er aber lieber den Eigenschaften des Tofus anlasten will. Zu unrecht.</p>
<p>Im Sinne einer Kulturkritik versagt dieser Artikel also auf ganzer Linie. Die Thematiken &#8220;Gentechnik vs. Bio&#8221; oder &#8220;Essensqualit&#228;t f&#252;r Arme und Reiche&#8221;, die er sogar kurz anschneidet, w&#228;ren durchaus wichtige Themen gewesen, in die man h&#228;tte tiefer einsteigen sollen. Aber er verliert sich leider in einer subtilen Tirade auf die ach so kulturlosen Vegetarier. Quittiert wurde diese innerhalb eines Tages mit weit &#252;ber 200 Kommentaren, von denen ihm die allermeisten wehement widersprechen. &#8220;Es wird eng f&#252;r die Fleischisten&#8221; kann man dort lesen, und ihm wird Propaganda f&#252;r die <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,611695,00.html">k&#252;rzlich aufgel&#246;ste</a> CMA unterstellt. Auch sein Versuch, Vegetarismus in die Nazi-Ecke zu stellen (&#8220;Tradition der v&#246;lkisch beeinflussten Lebensreformbewegung&#8221;) hat ihm sichtlich keine neuen Freunde eingebracht.</p>
<p>Wer gerne kocht und sich dabei nicht von der englischen Sprache abschrecken l&#228;sst, dem empfehle ich den Video-Podcast <a href="http://delicioustv.com/">Totally Vegetarian</a> von Toni Fiore, einer deutsch-italienischen Amerikanerin, deren Kochk&#252;nste ich jederzeit denen eines Till Ehrlich vorziehe, und von denen so macher Leitkultur-Koch noch etwas lernen kann.</p>
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		<title>EU-Wahl 2009</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 04:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier pr&#228;sentiere ich meine TOP5-Wahlempfehlungen:

GR&#220;NE
Sie wollen mit einem gr&#252;nen &#8220;New Deal&#8221; &#214;konomie und &#214;kologie verbinden. Unter den etablierten sind die Gr&#252;nen die einzige Partei, die eine vertretbare bzw. &#252;berhaupt eine Netzpolitik sowie die St&#228;rkung von B&#252;rgerrechten und Datenschutz im Programm haben. Aber die &#246;kologisch-soziale Bildungs- und Gleichberechtigungs-Politik steht bei ihnen nat&#252;rlich im Vordergrund. Mit ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier pr&#228;sentiere ich meine TOP5-Wahlempfehlungen:</p>
<dl>
<dt>GR&#220;NE</dt>
<dd>Sie wollen mit einem gr&#252;nen &#8220;New Deal&#8221; &#214;konomie und &#214;kologie verbinden. Unter den etablierten sind die Gr&#252;nen die einzige Partei, die eine vertretbare bzw. &#252;berhaupt eine Netzpolitik sowie die St&#228;rkung von B&#252;rgerrechten und Datenschutz im Programm haben. Aber die &#246;kologisch-soziale Bildungs- und Gleichberechtigungs-Politik steht bei ihnen nat&#252;rlich im Vordergrund. Mit ihrer Europapolitik sind sie mir bisher tendenziell positiv aufgefallen, aber f&#252;r eine schlanke und von allen Mitgliedsstaaten gew&#228;hlte EU-Verfassung versuchen sie leider auf dem sehr umstrittenen Vertrag von Lissabon aufzubauen.</dd>
<p></p>
<dt>PIRATEN</dt>
<dd>Sie wollen die Internetgeneration vertreten. Die Piraten betreiben als Themenpartei haupts&#228;chlich Netzpolitik. Sie propagieren ein zeitgem&#228;&#223;es Urheberrecht, wollen die ausufernde &#220;berwachung abbauen sowie Informationsfreiheit, Bildung, Datenschutz und Privatsph&#228;re st&#228;rken. Motto: Gl&#228;serner Staat statt gl&#228;serner B&#252;rger. In der EU wollen sie mehr Subsidiarit&#228;t verankern, die EU-Verfassung soll transparent erarbeitet und von allen EU-V&#246;lkern gew&#228;hlt werden. Da die schwedische Piratenpartei k&#252;rzlich massiven Zulauf hatte, wird die junge politische Bewegung wahrscheinlich schon im kommenden EU-Parlament vertreten sein.</dd>
<p></p>
<dt>EDE</dt>
<dd>Sie setzt sich f&#252;r die Nutzung der Sprache Esperanto ein, um den demokratischen Dialog und die gesamteurop&#228;ische Identit&#228;t zu st&#228;rken, ohne nationale Identit&#228;ten in Frage zu stellen. Mit Esperanto als politischer Verkehrssprache k&#246;nnte die extrem aufw&#228;ndige &#220;bersetzungsb&#252;rokratie in der EU stark vereinfacht werden. Die junge Vereinigung Europa-Demokratie-Esperanto steht ansonsten f&#252;r Verst&#228;ndigung, Frieden und humanistische Ideale, zur EU-Verfassung gibt es aber leider keine eindeutige Position.</dd>
<p></p>
<dt>DIE LINKE</dt>
<dd>Sie k&#246;nnte f&#252;r diejenigen interessant sein, die vor dem Schr&#246;der&#8217;schen Rechtsruck traditionell sozial-demokratisch gew&#228;hlt haben. Die Linken sind &#228;hnlich sozial-konservativ wie die SPD fr&#252;her und haben ein deutlich besseres Angebot als es ihr Ruf zul&#228;sst. Sie sind keineswegs Europa-Gegner, sondern wollen ein konsequent soziales Europa ohne Marktradikalismus, ohne Kriegseins&#228;tze, und sie wollen dies auch in der EU-Verfassung festschreiben.</dd>
<p></p>
<dt>DIE FRAUEN</dt>
<dd>Sie wollen eine Wirtschaft, die dem Menschen dient, und ein Europa der sozialen Gerechtigkeit. Auch wenn der Name das nicht vermuten l&#228;sst, d&#252;rfen M&#228;nner diese Partei w&#228;hlen und ihr beitreten, die Schwerpunkt-Klientel ist aber nat&#252;rlich trotzdem weiblich. Die feministische Partei wehrt sich gegen das Patriarchat, und ihr Programm erscheint dabei gar nicht so weit von diversen gr&#252;nen (Gleichberechtigung) und linken Positionen (gewaltfreie Gesellschaft) entfernt zu sein. In die EU-Verfassung w&#252;rden sie &#252;berwiegend soziale, humanistische und pazifistische Ziele aufnehmen.</dd>
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