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	<title>WolframsWebWorld &#187; Rechte und Freiheiten</title>
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		<title>Liquid Feedback braucht keine Klarnamen, sondern eine bessere Akkreditierung</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 14:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar Piraten haben es sich in den Kopf gesetzt, die Berliner Liquid-Feedback-Instanz zu verbessern. Mit ihrem Vorschlag schie&#223;en sie aber &#252;ber das Ziel hinaus.
Bei der j&#252;ngsten Landesmitgliederversammlung war es eine hitzige Debatte, die von mehreren Seiten vor allem durch Polemik, aber leider weder durch Argumente noch durch technischen Sachverstand gepr&#228;gt war. Bei der Abstimmung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Piraten haben es sich in den Kopf gesetzt, die Berliner Liquid-Feedback-Instanz zu verbessern. Mit ihrem Vorschlag schie&#223;en sie aber &#252;ber das Ziel hinaus.</p>
<p>Bei der <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Parteitag/2012.1">j&#252;ngsten Landesmitgliederversammlung</a> war es eine hitzige Debatte, die von mehreren Seiten vor allem durch Polemik, aber leider weder durch Argumente noch durch technischen Sachverstand gepr&#228;gt war. Bei der Abstimmung hat dann der Vorschlag, Klarnamen im Liquid-Feedback-System einzuf&#252;hren, die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlt. Angesichts der Art dieses Vorschlags und wie mangelhaft er disktutiert wurde, ist das auch gut so.</p>
<p>Es stimmt, dass das derzeit f&#252;r die Berliner Piraten laufende LQFB deutliche M&#228;ngel hat. Der gewichtigste Punkt ist die Akkreditierung, und die sollte unbedingt verbessert werden. Im <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:LiquidFeedback/FAQ#Wie_wird_sichergestellt.2C_dass_keine_Fake-Nutzer_erstellt_werden.2C_also_dass_hinter_jedem_Nutzer_tats.C3.A4chlich_ein_stimmberechtigter_Pirat_steht.3F">FAQ hei&#223;t es dazu</a>:</p>
<blockquote><p>
&#8220;Wie wird sichergestellt, dass keine Fake-Nutzer erstellt werden, also dass hinter jedem Nutzer tats&#228;chlich ein stimmberechtiger Pirat steht?</p>
<p>In der Mitgliederdatenbank steht vermerkt, welcher Pirat welchen Einladungscode erhalten hat. Im LiquidFeedback-System existiert eine Zuordung zwischen Einladungscode und jeweiligem Nutzer. [...] Um sicherzustellen, dass keine unberechtigten Accounts im System existieren, ist geplant einen Abgleich zwischen den im System genutzten Einladungscodes und der Mitgliederdatenbank in periodischen Abst&#228;nden (z.B. alle 3 Monate) durchzuf&#252;hren.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Das hei&#223;t, dass ausgetretene Mitglieder ihren Account bzw. ihre Stimmberechtigung in LQFB derzeit nicht verlieren. Auch Mitgliedern, die ihren Beitrag nicht gezahlt haben, wird bisher nicht die M&#246;glichkeit zur Abstimmung entzogen. Der f&#252;r die Berechtigung n&#246;tige Abgleich, ist also bisher nur geplant und sollte schnellstm&#246;glichst eingef&#252;hrt werden. IMHO sollte der Abgleich m&#246;glichst automatisch in mind. monatlichem oder sogar w&#246;chentlichem Abstand erfolgen.</p>
<p>Diese wirklich essentielle Verbesserung war aber nicht Kern des oben genannten, umstrittenen Vorschlags. Stattdessen setzen seine Bef&#252;rworter auf den Klarnamens-Zwang. Das hei&#223;t jeder Account soll auf den realen, b&#252;rgerlichen Namen lauten, au&#223;erdem soll die Aufnahme ins System oder die Partei mit Ausweiskontrolle erfolgen.</p>
<p>Der abgelehnte Vorschlag beinhaltete zwar eine verbesserte Akkreditierung, aber vor allem die Klarnamenspflicht, und deshalb kann ich ihm nicht zustimmen. Hier gilt es n&#228;mlich zu trennen: zwischen der Akkreditierung einerseits und dem sichtbaren Benutzen des Klarnamens andererseits. Denn allein ob ein Account Eichh&#246;rnchen3 oder Michael M&#252;ller hei&#223;t, kann letztlich nicht f&#252;r die Verl&#228;sslichkeit und Relevanz des dahinterstehenden Verfahrens ausschlaggebend sein. Wenn ich jemanden und seine Abstimmung &#8220;&#252;berpr&#252;fen&#8221; m&#246;chte, ist das auch mit einem pseudonymisierten System m&#246;glich, hinter Realnamen k&#246;nnen genauso Fake-Nutzer stehen. Was am Ende z&#228;hlt ist allein die korrekte Durchf&#252;hrung der Akkreditierung. Und die muss, wie oben schon ausgef&#252;hrt, in der Tat verbessert werden: einmal durch den regelm&#228;&#223;igen Abgleich mit der Mitgliederdatenbank, durch einen Abgleich in Hinsicht auf die Beitragszahlung, und zu guter letzt k&#246;nnte man durchaus die einmalige Ausweiskontrolle zur Aufname in die Partei in Erw&#228;gung ziehen, um Mehrfacheintritte und Scheinmitgliedschaften ausschlie&#223;en zu k&#246;nnen.</p>
<p>Es ist aber eine ganz andere Thematik ob dann auch der Klarname im System gezeigt wird oder nicht. Und hier scheiden sich die Geister ganz besonders: Es ist n&#228;mlich keinesfalls eindeutig, ob das Abstimmungsverhalten rein privat oder ganz &#246;ffentlich zu sein hat. Eine geheime Wahl ist elektronisch ohnehin nicht m&#246;glich, aber einer Transparenzpflicht wie man sie Abgeordneten abverlangen kann, unterliegen B&#252;rger erst recht nicht. Und gerade im Spannungsfeld zwischen Privatsph&#228;re und &#214;ffentlichkeit sollen wir Piraten es doch besonders genau nehmen.</p>
<p>Leider haben sich einige Piraten am Klarnamen festgebissen als ob es sonst kein Morgen g&#228;be, dabei w&#228;re eine verbesserte Akkreditierung die einzige wirklich notwendige, und tats&#228;chlich auch dringend notwendige Verbesserung. Einer wasserdichten Akkreditierung f&#252;r ein pseudonymes LQFB w&#252;rde ich sehr gerne zustimmen. Und den verpflichtenden Gebrauch von Klarnamen k&#246;nnte man sp&#228;ter ja immernoch einf&#252;hren wenn wir das wirklich wollen. Aber dann bitte mit stichhaltigen Argumenten, im Moment sehe ich daf&#252;r kein einziges.</p>
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		<title>Bundestagswahl 2009: W&#228;hlen gehen!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 09:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ennomane Blog weist zur heutigen Bundestagswahl nochmals auf die W&#228;hlbarkeit der Piratenpartei hin, besser h&#228;tte ich das auch nicht zusammenfassen k&#246;nnen.
Nichtw&#228;hler st&#228;rken &#252;brigens die CDU, und den Protest mittels ung&#252;ltiger Wahlzettel wird genau niemand h&#246;ren. W&#228;hlengehen ist allererste Demokratenpflicht, und deshalb werde ich mich jetzt auch nicht mehr lange mit Schreiben aufhalten, sondern gehe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ennomane Blog weist zur heutigen Bundestagswahl nochmals auf die <a href='http://www.ennomane.de/2009/09/26/zur-waehlbarkeit-der-piratenpartei/'>W&#228;hlbarkeit der Piratenpartei</a> hin, besser h&#228;tte ich das auch nicht zusammenfassen k&#246;nnen.</p>
<p>Nichtw&#228;hler st&#228;rken &#252;brigens die CDU, und den Protest mittels ung&#252;ltiger Wahlzettel wird genau niemand h&#246;ren. W&#228;hlengehen ist allererste Demokratenpflicht, und deshalb werde ich mich jetzt auch nicht mehr lange mit Schreiben aufhalten, sondern gehe gleich los um meinen <a href="http://live.piratenpartei.de/bild/plakat-aenderhaken">&#196;nderhaken</a> zu setzen.</p>
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		<title>Die Presse, der freie Markt und das Grundeinkommen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 13:08:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neuerdings soll die Presse durch Stiftungen gerettet werden. Dabei wird nun das gedruckte Wort &#252;ber das schriftliche Wort im Allgemeinen gehoben, als ob es wahrer oder wertvoller w&#228;re. Christian St&#246;cker erkennt richtig, dass der sog. Qualit&#228;tsjournalismus (bzw. sein Abhandenkommen als Symptom) hierbei vorgehalten wird, tats&#228;chlich aber etwas anderes aufrecht erhalten werden soll. Das ist aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neuerdings soll die Presse durch Stiftungen gerettet werden. Dabei wird nun das gedruckte Wort &#252;ber das schriftliche Wort im Allgemeinen gehoben, als ob es wahrer oder wertvoller w&#228;re. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,650858,00.html">Christian St&#246;cker erkennt richtig</a>, dass der sog. Qualit&#228;tsjournalismus (bzw. sein Abhandenkommen als Symptom) hierbei vorgehalten wird, tats&#228;chlich aber etwas anderes aufrecht erhalten werden soll. Das ist aber nicht (nur) das Medium Papier als solches, sondern sein alter Markt. Dazu muss zun&#228;chst die Frage erlaubt sein, warum Werbung als Finanzierungsm&#246;glichkeit im alten Medium funktionieren soll und im neuen nicht: Haben sich die altbackenen Zeitungsmacher von den Werbern im Internet mit zu niedrigen Banner- und Klickpreisen &#252;ber den Tisch ziehen lassen, oder waren es die Presseleute selbst, die ihre Printfl&#228;chen lange Jahre mit &#252;berzogenen Preisvorstellungen verkaufen konnten?</p>
<p>Kern des Problems ist aber, dass wir mit dem derzeitigen Wandel nicht nur eine neue Medienlandschaft, sondern damit auch ganz neue M&#228;rkte haben, die die alten langsam aber sicher verdr&#228;ngen, oder zumindest stark ver&#228;ndern. Derartige Umbr&#252;che sind in freien M&#228;rkten normal und es wird sie auch in Zukunft geben. Auch schon fr&#252;her haben &#8220;Betroffene&#8221; immer empfindlich auf Ver&#228;ndungen reagiert. Das ist verst&#228;ndlich und auch ihr gutes Recht, allerdings sehe ich das im Fall der Presse besonders kritisch. Sie selbst war es doch, die w&#228;hrend vieler vergangener Jahre, gerade auch unter der neoliberalen Schr&#246;der-SPD, willf&#228;hrig und viel zu unkritisch die Heilsbotschaften von den unregulierten, freien M&#228;rkten unter das Volk brachte und bef&#246;rdert hat. Sie war es auch, die der ungeh&#246;rigen Neiddebatte eine gesellschaftliche Pr&#228;senz mit viel einseitigem Diskus geliefert hat und dabei mithalf, einen Volksaufstand gegen den Hartz-B&#252;rokratismus zu verhindern. Politik wird eben nicht nur in den Erkl&#228;rungen der Politiker gemacht, sondern mit ihrer Verbreitung bzw. der Nichtverbreitung von Gegenpositionen. Nun sieht sich die Presse selbst einem neuen, freien Markt, Entlassungen und schlecht bezahlter Arbeit gegen&#252;ber und jammert &#252;ber zuviel Konkurrenz und schwindende Einnahmen. Die aufs Abstellgleis geschobenen und <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31162/1.html">f&#252;r Niedrig- und Hungerl&#246;hne zugerichteten Arbeitnehmer</a> praktisch aller anderen Branchen hatten leider nicht das Privileg so laut schreien zu k&#246;nnen wie die Presse.</p>
<p>Nun w&#228;re es allerdings fatal zu verlangen, dass zu Gunsten privatwirtschaftlicher Unternehmen immer wieder neue staatliche Beg&#252;nstigungen und Rechte eingef&#252;hrt werden sollten, im Glauben damit k&#246;nne alles so werden wie es einmal war. Derartiges wird nat&#252;rlich versucht, und die aktuelle Wirtschaftspolitik samt Fallschirmen f&#252;r Banken geht sogar weit dar&#252;ber hinaus. Auch Stiftungen k&#246;nnen da nicht mehr leisten als wieder nur kurzsichtig an den Symptomen herumzudoktern. Selbst Mindestl&#246;hne oder die vielbeschworene Kulturflatrate sind letztlich eine vielversprechende, aber eigentlich unzureichende Teill&#246;sung f&#252;r die heutigen Probleme, die nicht nur unsere Nation bewegen, sondern die ganze Welt. Denn was Markt-&#214;konomen und ihre Zuh&#246;rer stets &#252;bersehen ist der Unterschied zwischen &#246;konomischem Anreiz und menschlichem Zwang (euphemistisch: negativer Anreiz). Unternehmen sind virtuelle Konstrukte, die Menschen dahinter aber nicht. Unternehmen haben eine Gewinnabsicht und einen Anreiz durch Profit. Wenn sie keinen Profit abwerfen, m&#252;ssen sie sich umstellen oder untergehen: niemand sollte dar&#252;ber weinen m&#252;ssen wenn ein virtuelles Konstrukt verschwindet.</p>
<p>Tats&#228;chlich h&#228;ngen aber immer Menschen mit dran, und diese verschwinden nicht einfach. Menschen werden nat&#252;rlich auch durch Anreize gelenkt, aber hinter Menschen stehen vor allem nat&#252;rliche Zw&#228;nge: Der Zwang zum &#220;berleben, zum Essen, und zur Fortplanzung. Diese Art von nat&#252;rlichen Zw&#228;ngen m&#252;ssen um ihrer selbst willen befriedigt werden. Manch einer mag mir jetzt widersprechen, aber Zw&#228;nge befl&#252;geln Menschen nicht, schon gar nicht wirtschaftlich, und deshalb funktionieren die Hartz-Sanktionen auch nicht. K&#252;nstlich geschaffene Zw&#228;nge werden ebenfalls nur um ihrer selbst willen befriedigt, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31163/1.html">wenn das &#252;berhaupt m&#246;glich ist</a>, und f&#252;hren nur dazu, Menschen zu unterdr&#252;cken (euphemistisch: zu &#8220;aktivieren&#8221;). Wir d&#252;rfen aber Menschen nicht unterdr&#252;cken oder untergehen lassen sobald sie keinen Profit mehr abwerfen, oder sie einer rein willk&#252;rlich von Eliten getroffenen Definition von gesellschaftlichem Nutzen nicht mehr gen&#252;gen k&#246;nnen; aber genau das tun wir derzeit mit jedem Arbeitslosen, der durch unser aller System, das wir mitgestalten k&#246;nnen, in Not ger&#228;t. Es ist Usus geworden, jeden B&#252;rger einzeln an die Wand zu stellen und von ihm einen Beitrag zur Gesellschaft zu fordern, aber f&#252;r das F&#246;rdern sind wir dann nicht mehr zust&#228;ndig, und f&#252;r profitorientierte Unternehmen werden diese Ma&#223;st&#228;be schon gleich gar nicht angelegt.</p>
<p>Nun haben uns vergangene &#246;konomische Modelle durchaus (oft mehr schlecht als recht) geholfen, unsere menschlichen Notwendigkeiten zu befriedigen, mit Schrecken m&#252;ssen wir allerdings heute erkennen, dass bei einer wachsenden Zahl von Menschen das unsrige &#252;berhaupt nicht mehr funktioniert. Die Arbeitslosen werden nicht mehr weniger auch wenn man sich das bei Bundesagenturen noch so sch&#246;nrechnet. Die M&#228;rkte wandeln sich schneller denn je, sind weitgehend unreguliert, werden h&#228;rter und menschenverachtender. Die Rente ist schon lange nicht mehr sicher, die Kinderarmut in Deutschland ist unakzeptabel. Stets versprechen Wirtschaftspolitiker Abhilfe, aber immer nur indirekt, indem sie den virtuellen Konstrukten helfen. Seit Generationen wird vergeblich versucht &#8212; und daran wird auch in Zukunft jeder stets scheitern &#8212; unseren Markt menschlich zu gestalten. Alles was bisher erreicht wurde, ist nur, die Menschen immer mehr dem Markt anzupassen. Dieser Weg ist falsch und wir sind sp&#228;testens jetzt an eine wichtige Grenze gesto&#223;en, an der unsere Humanit&#228;t und unser Selbstverst&#228;ndnis als Mensch auf eine harte Probe gestellt werden.</p>
<p>Aber was k&#246;nnte eine L&#246;sung sein? Wir haben im Prinzip zwei M&#246;glichkeiten, die jedoch beide auf eines hinauslaufen m&#252;ssen, n&#228;mlich den Mensch und seine Existenzberechtigung aus den Unw&#228;gbarkeiten des Marktes herauszuhalten. Eine Planwirtschaft w&#228;re mit dem heutigen Stand von Wissen und Informationstechnik sicherlich besser machbar als noch vor 50 Jahren, aber gewiss nicht einfacher und auch historisch keine besonders naheliegende L&#246;sung. Die zweite M&#246;glichkeit ist, den freien Markt zu erhalten und auch weiterhin zu f&#246;rdern, aber jedem Menschen dabei seine pers&#246;nliche Existenz zu erm&#246;glichen, ohne sich zwingend diesem Markt aussetzen zu m&#252;ssen. Den freien Markt und den freien Menschen miteinander zu vereinbaren geht letztlich nur mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.</p>
<p>P.S.: Das <a href="http://www.grundeinkommen-ist-waehlbar.de/">Grundeinkommen ist w&#228;hlbar</a>, bei der Bundestagswahl 2009 durch &#252;ber 151 Kandidierende in 110 Wahlkreisen.</p>
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		<title>EU-Wahl 2009</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 04:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier pr&#228;sentiere ich meine TOP5-Wahlempfehlungen:

GR&#220;NE
Sie wollen mit einem gr&#252;nen &#8220;New Deal&#8221; &#214;konomie und &#214;kologie verbinden. Unter den etablierten sind die Gr&#252;nen die einzige Partei, die eine vertretbare bzw. &#252;berhaupt eine Netzpolitik sowie die St&#228;rkung von B&#252;rgerrechten und Datenschutz im Programm haben. Aber die &#246;kologisch-soziale Bildungs- und Gleichberechtigungs-Politik steht bei ihnen nat&#252;rlich im Vordergrund. Mit ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier pr&#228;sentiere ich meine TOP5-Wahlempfehlungen:</p>
<dl>
<dt>GR&#220;NE</dt>
<dd>Sie wollen mit einem gr&#252;nen &#8220;New Deal&#8221; &#214;konomie und &#214;kologie verbinden. Unter den etablierten sind die Gr&#252;nen die einzige Partei, die eine vertretbare bzw. &#252;berhaupt eine Netzpolitik sowie die St&#228;rkung von B&#252;rgerrechten und Datenschutz im Programm haben. Aber die &#246;kologisch-soziale Bildungs- und Gleichberechtigungs-Politik steht bei ihnen nat&#252;rlich im Vordergrund. Mit ihrer Europapolitik sind sie mir bisher tendenziell positiv aufgefallen, aber f&#252;r eine schlanke und von allen Mitgliedsstaaten gew&#228;hlte EU-Verfassung versuchen sie leider auf dem sehr umstrittenen Vertrag von Lissabon aufzubauen.</dd>
<p></p>
<dt>PIRATEN</dt>
<dd>Sie wollen die Internetgeneration vertreten. Die Piraten betreiben als Themenpartei haupts&#228;chlich Netzpolitik. Sie propagieren ein zeitgem&#228;&#223;es Urheberrecht, wollen die ausufernde &#220;berwachung abbauen sowie Informationsfreiheit, Bildung, Datenschutz und Privatsph&#228;re st&#228;rken. Motto: Gl&#228;serner Staat statt gl&#228;serner B&#252;rger. In der EU wollen sie mehr Subsidiarit&#228;t verankern, die EU-Verfassung soll transparent erarbeitet und von allen EU-V&#246;lkern gew&#228;hlt werden. Da die schwedische Piratenpartei k&#252;rzlich massiven Zulauf hatte, wird die junge politische Bewegung wahrscheinlich schon im kommenden EU-Parlament vertreten sein.</dd>
<p></p>
<dt>EDE</dt>
<dd>Sie setzt sich f&#252;r die Nutzung der Sprache Esperanto ein, um den demokratischen Dialog und die gesamteurop&#228;ische Identit&#228;t zu st&#228;rken, ohne nationale Identit&#228;ten in Frage zu stellen. Mit Esperanto als politischer Verkehrssprache k&#246;nnte die extrem aufw&#228;ndige &#220;bersetzungsb&#252;rokratie in der EU stark vereinfacht werden. Die junge Vereinigung Europa-Demokratie-Esperanto steht ansonsten f&#252;r Verst&#228;ndigung, Frieden und humanistische Ideale, zur EU-Verfassung gibt es aber leider keine eindeutige Position.</dd>
<p></p>
<dt>DIE LINKE</dt>
<dd>Sie k&#246;nnte f&#252;r diejenigen interessant sein, die vor dem Schr&#246;der&#8217;schen Rechtsruck traditionell sozial-demokratisch gew&#228;hlt haben. Die Linken sind &#228;hnlich sozial-konservativ wie die SPD fr&#252;her und haben ein deutlich besseres Angebot als es ihr Ruf zul&#228;sst. Sie sind keineswegs Europa-Gegner, sondern wollen ein konsequent soziales Europa ohne Marktradikalismus, ohne Kriegseins&#228;tze, und sie wollen dies auch in der EU-Verfassung festschreiben.</dd>
<p></p>
<dt>DIE FRAUEN</dt>
<dd>Sie wollen eine Wirtschaft, die dem Menschen dient, und ein Europa der sozialen Gerechtigkeit. Auch wenn der Name das nicht vermuten l&#228;sst, d&#252;rfen M&#228;nner diese Partei w&#228;hlen und ihr beitreten, die Schwerpunkt-Klientel ist aber nat&#252;rlich trotzdem weiblich. Die feministische Partei wehrt sich gegen das Patriarchat, und ihr Programm erscheint dabei gar nicht so weit von diversen gr&#252;nen (Gleichberechtigung) und linken Positionen (gewaltfreie Gesellschaft) entfernt zu sein. In die EU-Verfassung w&#252;rden sie &#252;berwiegend soziale, humanistische und pazifistische Ziele aufnehmen.</dd>
</dl>
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		<item>
		<title>BGE: Falsche Priorit&#228;t von Erwerbsarbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 23:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe einen Erwerbsarbeitsplatz und mag ihn sehr. Warum ich trotzdem ein Grundeinkommen bef&#252;rworte? Weil ich es f&#252;r bedenklich halte wie stark sich unsere Gesellschaft &#252;ber Geld und Arbeit definiert. Erwerbsarbeitspl&#228;tze spiegeln aber genau das wider: Sie entstehen und bleiben nicht dort, wo es gesellschaftlich sinnvoll w&#228;re, sondern immer nur dort, wo es f&#252;r andere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe einen Erwerbsarbeitsplatz und mag ihn sehr. Warum ich trotzdem ein Grundeinkommen bef&#252;rworte? Weil ich es f&#252;r bedenklich halte wie stark sich unsere Gesellschaft &#252;ber Geld und Arbeit definiert. Erwerbsarbeitspl&#228;tze spiegeln aber genau das wider: Sie entstehen und bleiben nicht dort, wo es gesellschaftlich sinnvoll w&#228;re, sondern immer nur dort, wo es f&#252;r andere profitabel ist.</p>
<p>Die Profitgier hat uns unz&#228;hlige sinnlose Arbeitspl&#228;tze beschert, die zwar zur Geldvermehrung f&#252;r einige wenige f&#252;hren, aber nichts Sinnvolles f&#252;r unsere Gesellschaft beitragen. Sie f&#252;hrt dazu, dass die Geh&#228;lter f&#252;r gleichwertige Arbeit weit auseinanderklaffen, Frauen chronisch benachteiligt werden und Wildfremde uns am Telefon mit unseri&#246;sen Angeboten bel&#228;stigen. Inhaltsloser Konsum steht im Vordergrund. Nat&#252;rlich gibt es auch viele sinnvolle T&#228;tigkeiten, die zum Gl&#252;ck noch bezahlt werden, aber diese sind in der Minderheit. Es gibt hier und dort ein paar Eingriffe des Staates, um gesellschaftlich relevante Belange zu st&#252;tzen, aber punktuelle Eingriffe k&#246;nnen niemals einen ausreichenden Gegenpol zu den unberechenbaren Dynamiken des Marktes sein. Der Markt hat uns doch <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EEA8814460A834563B4B14F9AF00C43D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html">immer wieder gezeigt</a>, dass er kein Ersatz f&#252;r Gesellschaftspolitik ist, noch nie war.</p>
<p>Was im Markt konstant unter den Tisch f&#228;llt ist die heute unbezahlte Arbeit. Familienarbeit. Kindererziehung. Pflege von Angeh&#246;rigen. Ehrenamtliche Arbeit jeglicher Couleur. Kulturarbeit. Politisches Engagement. Menschen helfen. Erf&#252;llung des Lebens mit Sinn. Das alles ist viel wichtiger als die Roulette-Zahlen im Wirtschaftsbericht. Aber dennoch wird diese Form der Arbeit nicht angemessen gew&#252;rdigt, weil die plakativen Regeln des Turbokapitalismus und der Human-Kapitalisierung tief in unser Weltbild eingedrungen sind. In Wirklichkeit m&#252;sste es umgekehrt sein. Unser <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/swissinfo.html?siteSect=105&#038;sid=10745622">Wohlstand h&#228;ngt sehr stark von unbezahlter Arbeit ab</a>, in der Schweiz wird z.B. sogar 20% mehr unbezahlte als bezahlte Arbeit geleistet.</p>
<p>Politiker denken aber leider nicht an unsere Zukunft, sondern nur an ihre n&#228;chste Wahl. Sie rufen deshalb noch immer einseitig zum Erhalt und zum Schaffen von Erwerbsarbeitspl&#228;tzen und Wachstum auf. Opels Arbeitspl&#228;tze werden medienwirksam gerettet. Das ist leider nur billigster Populismus, denn <a href="http://www.sueddeutsche.de/65k38k/2908775/Der-Job-ist-nicht-alles.html">der bezahlte Job kann nicht alles sein</a>. Die Produktivit&#228;t steigt, aber mit immer weniger Arbeitspl&#228;tzen. Es muss in Deutschland mehr dar&#252;ber aufgekl&#228;rt werden, dass unter diesen Umst&#228;nden eine Agenda, die sich haupts&#228;chlich um Erwerbsarbeitspl&#228;tze und die <a href="http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum">M&#228;r von Wachstum</a> und <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564">Vollbesch&#228;ftigung</a> dreht, in eine sehr &#252;ble Sackgasse f&#252;hrt.</p>
<p>Rationalisierung wird auch weiterhin zum Abbau von Erwerbsarbeit f&#252;hren. Das macht viele betroffen, sollte es aber nicht. Die Menschheit wird sich fr&#252;her oder sp&#228;ter ohnehin von der Erwerbsarbeit l&#246;sen &#8212; k&#246;nnen, zum Gl&#252;ck. Und es gibt genug Finanzierungsmodelle f&#252;r eine <a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2009/nr22/Wirtschaft/17948.html">sozial nachhaltige</a> Gesellschaft, die nicht auf der Dominanz der Erwerbsarbeit aufbauen. Wir m&#252;ssen uns nur endlich <a href="http://www.grundeinkommen.de/30/05/2008/voreingenommenheit-im-gewande-der-wissenschaft.html">trauen</a>, sie zu diskutieren.</p>
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		<title>Meine Osterpredigt: Ohne Ethik geht es nicht</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 18:38:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hoffe sehr, dass sich die deutliche Mehrheit der Berliner beim Volksentscheid am 26. April 2009 f&#252;r den Erhalt des gemeinsamen Ethik-Unterrichts aussprechen wird.
Das hoffe ich vor allem, weil ich es f&#252;r richtig und notwendig halte, dass alle Sch&#252;ler diesen Ethik-Unterricht bekommen. Wenn Christen und Muslime auf Dauer miteinander auskommen sollen, dann brauchen sie eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hoffe sehr, dass sich die <a href="http://bildungsklick.de/a/67602/mehrheit-der-berliner-fuer-gemeinsamen-ethikunterricht/">deutliche Mehrheit</a> der Berliner beim Volksentscheid am 26. April 2009 f&#252;r den <a href="http://www.proethik.info/">Erhalt des gemeinsamen Ethik-Unterrichts</a> aussprechen wird.</p>
<p>Das hoffe ich vor allem, weil ich es f&#252;r richtig und notwendig halte, dass alle Sch&#252;ler diesen Ethik-Unterricht bekommen. Wenn Christen und Muslime auf Dauer miteinander auskommen sollen, dann brauchen sie eine gemeinsame Wertevermittlung. In der Schule. F&#252;r diese gemeinsamen Werte kommt es weder auf den einen noch auf den anderen Gott an, sondern auf unser Grundgesetz und die Menschenrechte. Ein Ende der Ehrenmorde und der Parallelgesellschaften ausl&#228;ndischer Mitb&#252;rger wird es nur geben wenn die kommenden hier aufwachsenden Generationen gemeinsame Werte und Perspektiven vermittelt bekommen und auch &#252;ber den Tellerrand der eigenen Glaubensrichtung hinausschauen k&#246;nnen.</p>
<p>Auf ein ProEthik-Ergebnis hoffe ich nicht zuletzt aber auch deswegen, weil ich es f&#252;r sehr dreist und spalterisch halte wie die ProReli-Initiative in den letzten Wochen und Monaten die von ihnen angestrebte Verdr&#228;ngung des Ethikunterrichts zu einer Frage der Wahl-&#8221;Freiheit&#8221; zurechtgelogen hat. Die beteiligten Kirchen zielen auf eine Aufmerksamkeit in den Stundenpl&#228;nen ab, die ihnen einfach nicht zusteht. Und mit ihrer volksverdummenden Kampagne haben sie meine g&#228;ngigen Vorurteile gegen die Kirchen voll und ganz best&#228;tigt. Ich &#252;berlege jetzt ernsthaft, aus der Kirche auszutreten, denn sie hat mir damit deutlich gezeigt, dass sie zu meinem Glauben nichts mehr beizutragen hat.</p>
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		<title>Grundeinkommen: Die Angst der Konservativen</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 19:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Zusammenhang mit der Grundeinkommensdiskussion ist mir aufgefallen, dass bestimmte Begriffe wie Gerechtigkeit und Freiheit &#246;fter vorkommen, aber die Ideen des BGE trotzdem (oder gerade deshalb?) bei Leuten aus dem konservativen bis sozialen Milieu auf Unverst&#228;ndnis sto&#223;en, obwohl diese sich selbst wahrscheinlich als Freiheits- und Gerechtigkeits-liebend darstellen w&#252;rden. Deshalb finde ich es f&#252;r unsere Diskussion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit der Grundeinkommensdiskussion ist mir aufgefallen, dass bestimmte Begriffe wie Gerechtigkeit und Freiheit &#246;fter vorkommen, aber die Ideen des BGE trotzdem (oder gerade deshalb?) bei Leuten aus dem konservativen bis sozialen Milieu auf Unverst&#228;ndnis sto&#223;en, obwohl diese sich selbst wahrscheinlich als Freiheits- und Gerechtigkeits-liebend darstellen w&#252;rden. Deshalb finde ich es f&#252;r unsere Diskussion wichtig, die unterschiedlichen Haltungen von wohlm&#246;glich gro&#223;en Bev&#246;lkerungsgruppen einzubeziehen um anschlie&#223;end herauszufinden wie wir auch diese Leute &#252;berzeugen k&#246;nnen und zumindest derart auf das Thema ansprechen, dass sie nicht schon verschreckt werden (und dann wohlm&#246;glich dagegen agitieren) bevor man ihnen &#252;berhaupt die verschiedenen Grundeinkommen-Konzepte und dessen Optionen und Eigenschaften &#252;berhaupt erkl&#228;rt hat.</p>
<p>Auch wenn meine eigenen Betrachtungen nicht zutreffen sollten, m&#246;chte ich auf jeden Fall auf diesen noch immer aktuellen <a href="http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/unmoral-der-werteapostel/">taz-Artikel</a> hinweisen, der die sog. &#8220;Werte&#8221; der neuen Konservativen beleuchtet und vielleicht dazu beitragen kann, diese Menschen (sind sie ja eigentlich auch, oder?) besser zu verstehen, um in der Diskussion nicht st&#228;ndig gegen eine Wand zu laufen.</p>
<p>Aus meiner Sicht zusammengefasst verstehen Konservative unter &#8220;Freiheit&#8221; und unter &#8220;Gerechtigkeit&#8221;, dass sie f&#252;r ihr (in zweierlei Hinsicht) &#8220;wertvolles&#8221; Handeln und ihre hoch-moralischen Werte belohnt werden wollen, sowohl mit Geld als auch mit Anerkennung, beides nicht zu knapp. Die fr&#252;her viel gelobte und etwas in Vergessenheit geratene Ordnungsliebe ist auch heute noch ein klarer Bestandteil ihres Weltbilds, und die meisten von ihnen sind prinzipielle Gegner eines starken Sozialstaats. Die riesige Angst, dass man ihnen dabei Geld, quasi ihre &#8220;Verdienste&#8221;, wegnehmen k&#246;nnte ist interessanterweise weitaus gr&#246;&#223;er als z.B. die vor einem pers&#246;nlichen Absturz oder Bankrott, weshalb sie auch neue Sicherheitsgesetze und h&#228;rtere Straften f&#252;r alles pauschal bef&#252;rworten.</p>
<p>Wie ich als politik- und sozialwissenschaftlicher Laie die Diskussion erlebe, gehe ich derzeit davon aus, dass ein ganz wesentlicher Teil unserer Bev&#246;lkerung konservativ ist oder konservative Z&#252;ge tr&#228;gt. Unter konservativ z&#228;hle ich jedoch nicht nur CDU-W&#228;hler, sondern auch viele SPD-Rechte sowie einige Gr&#252;ne und wiederum zahlreiche FDP-Anh&#228;nger fallen f&#252;r mich darunter, die sich zwar alle im tagespolitischen Gepl&#228;nkel durch sehr streitbare, aber letztlich doch nur geringe soziale oder liberale F&#228;rbungen unterscheiden. Zwar kann man den Schr&#246;der-schen Rechtsrutsch der SPD und dessen Beibehaltung bis heute mit dieser Grundannahme nicht ersch&#246;pfend erkl&#228;ren, aber zumindest warum nach Hartz-IV die Basis der Partei nicht geschlossen ausgetreten ist oder die F&#252;hrung rausgeworfen hat: Denn im Grunde steht die Mehrheit der jetzt noch verbliebenen SPD-Basis durchaus hinter dem &#8220;F&#246;rdern und Fordern&#8221;-Konzept, sie ist nur mit der menschenunw&#252;rdigen Umsetzung nicht so ganz gl&#252;cklich, die mit einem solchen Konzept fast zwangsl&#228;ufig einhergeht (lasst uns in den Krieg ziehen, aber bitte ohne Tote.)</p>
<p>Weiter oben stellte ich rhetorisch in den Raum, ob Konservative auch Menschen seien: Nat&#252;rlich sind sie das, aber w&#252;rden sie das auch jedem anderen zugestehen? Ein fiktives Gespr&#228;ch mit Ehepaar Kleinschmidt:<br />
<i><br />
Konservative Frau: Selbstverst&#228;ndlich sind wir alle Menschen.<br />
Ich: Sind Arbeitslose auch Menschen?<br />
Konservative Frau: Nat&#252;rlich.<br />
Ich: Kann heute nicht jeder in schwierige Lebensphasen geraten?<br />
Konservative Frau: Wer arbeiten will findet auch welche.<br />
Ich: Sind also Arbeitslose nur zu faul?<br />
Konservativer Mann: Ja.<br />
Ich: Was ist mit Alleinerziehenden?<br />
Konservativer Mann: Die sollen sich einen Mann suchen, der sie und das Balg durchf&#252;ttert, am besten den Vater in Haftung nehmen.<br />
Ich: Was ist mit unzumutbaren Arbeitsstellen?<br />
Konservative Frau: Jede Arbeit ist zumutbar, naja vielleicht au&#223;er Prostitution.<br />
Ich: Haben Arbeitslose die gleichen Rechte wie Arbeitende?<br />
Konservativer Mann: Eigentlich schon.<br />
Ich: Eigentlich?<br />
Konservativer Mann: Nur solange sie mir nicht auf der Tasche liegen.<br />
</i><br />
Viele rechte Konservative scheinen eine moralische &#220;berlegenheit der einfachen L&#246;sungen vor sich her zu tragen, die beinhaltet, dass man jeglichem Problem immer einen Schuldigen zuordnen kann. Wenn sich keiner finden will, oder das Problem etwas komplizierter ist, dann wird suggeriert, die Betroffenen seien selbst schuld, oder dass die Zust&#228;nde halt nicht sch&#246;n seien, aber schon ihre Richtigkeit (Ordnung) h&#228;tten. Konservative zeigen diese Einstellung nicht immer, weil sie genau sp&#252;ren, dass ihre voreingenommene Haltung nicht unbedingt der Wahrheit oder dem gesellschaftlichen Konsens entspricht. Sie m&#246;gen zwar Armut und Benachteiligung genauso wenig wie alle anderen auch, sind aber deshalb noch lange nicht bereit f&#252;r Chancengleichheit einzutreten. Selbst wenn sie anerkennen, dass es Betroffene gibt, die nicht selber schuld an ihrem Schicksal sind, verweigern sie trotzdem jegliche Anteilnahme, weil sie als Au&#223;enstehende ja auf keinen Fall daran schuld seien.</p>
<p>Konservative k&#246;nnen sich heute bequem hinter die Position der Hartz-IV-Gesetze stellen, die jedem wie auch immer Bed&#252;rftigen eine gesellschaftliche Bringschuld anlastet, welche allein nur durch einen Arbeitsvertrag erf&#252;llt werden kann. Diskussionen dar&#252;ber werden komplett tabuisiert, indem jedes Gegenargument pauschal in die Ausrede eines Dr&#252;ckebergers verdreht wird. In diese Falle tappen wir leider auch regelm&#228;&#223;ig bei der Diskussion &#252;ber das Grundeinkommen, das mit der Bedingungslosigkeit ebenfalls die technokratische Bringschuld abschaffen w&#252;rde.</p>
<p>Also wieder angekommen in der Grundeinkommensdiskussion k&#246;nnte man jetzt drei Arten von konservativen Positionen unterscheiden:</p>
<ul>
<li><em>Informiert-Liberale</em><br />Tendenziell verstehen sie die Konzepte des BGE besser und k&#246;nnen sich eine Einf&#252;hrung vorstellen, die Idee des B&#252;rgergelds vertreten einige von ihnen schon l&#228;nger. Sie finden daran attraktiv, den B&#252;rger und seine Rechte zu st&#228;rken. Ihnen erscheint ein &#252;bersichtliches B&#252;rgergeld auch weitaus akzeptabler als der ganze Wust von unterschiedlichsten Sozialleistungen, den wir heute haben. Die Unternehmer unter ihnen erhoffen sich eine indirekte Subvention f&#252;r ihre stets zu teuren Arbeitnehmer. Da ihnen die &#8220;Freiheit&#8221; pers&#246;nlichen Besitzes und uneingeschr&#228;nkter Geldakkumulation aber auch &#228;u&#223;erst wichtig ist, m&#246;chten sie ein BGE in engen Grenzen halten und m&#246;glichst viele oder alle Sozialleistungen damit ersetzen.</li>
<li><em>Ignorant-Besitzstandswahrende</em><br />Sie haben von einem Grundeinkommen nur beil&#228;ufig geh&#246;rt, mit volkswirtschaftlichen Rechenmodellen braucht man ihnen gar nicht erst zu kommen. Gesellschaftliche Innovationen lehnen sie meistens ab, weil diese zu gro&#223;e &#196;nderungen bedeuten. F&#252;r ihr Geld, das der Staat bereits jetzt gegen ihren Willen umverteilt, erwarten sie nicht weniger als Respekt und Anerkennung. Sie halten das BGE f&#252;r eine Ausweitung von Umverteilung, wodurch ihnen die vermeintlich faule und verkommene Unterschicht nur noch mehr Geld stehlen w&#252;rde, welches sie (im Gegensatz zu allen anderen) hart erarbeitet haben.</li>
<li><em>Sozial-Konservative</em><br />Sie f&#252;hlen sich als die Gutmenschen, die Vernunftmenschen, denen das Mensch-sein und ein funktionierendes Miteinander durchaus wichtig ist. Aber ihre Hilfe hat enge Grenzen, und sie suchen immer eine R&#252;ckversicherung, die ihnen die permanente Angst nimmt, dass sie dabei ausgenutzt werden k&#246;nnten. Informiert &#252;ber das BGE sind sie kaum und verstehen die Konzepte tendenziell eher weniger. Sie stehen zu den alten, hart erk&#228;mpften Sozialleistungen (auch wenn sie einige davon bereits mehr oder weniger schweren Herzens &#252;ber Bord geworfen haben) und m&#246;chten diese auch lieber nicht noch weiter antasten. Weil sie sich das BGE eher als zus&#228;tzliche, aber komplett unbegr&#252;ndete Sozialleistung f&#252;r Million&#228;re vorstellen, winken sie voller Unverst&#228;ndnis ab.
</li>
</ul>
<p>Ich denke an den letzten beiden Typen (meistens kommen sie ja eher in Mischformen vor) werden wir die meiste Aufkl&#228;rungs- und &#220;berzeugungsarbeit zu leisten haben, und das zus&#228;tzlich zur mindestens ebenso wichtigen Diskussion &#252;ber die konkrete Ausgestaltung eines BGE.</p>
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		<title>Grundeinkommen: die Diskussion geht weiter</title>
		<link>http://wolframswebworld.de/blog/20090325/grundeinkommen-die-diskussion-geht-weiter/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 03:49:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern Abend lief auf dem Berliner ARD-Regionalsender rbb die Sendung &#8220;Klipp &#038; Klar&#8221; &#252;ber das Thema &#8220;Mit B&#252;rgergeld aus der Hartz IV-Falle?&#8221;. Im Vergleich zu einer vergangenen rbb-Gespr&#228;chsrunde &#252;ber das Grundeinkommen, die mir in plastischer Erinnerung geblieben ist, war die aktuelle Sendung deutlich ausgeglichener und sachlicher. Auch wenn das Thema in einem solchen Konfrontations-Gespr&#228;ch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend lief auf dem Berliner ARD-Regionalsender rbb die Sendung <a href="http://www.rbb-online.de/klippundklar/archiv/klipp___klar_vom_24/hartz_iv_oder_grundsicherung.html">&#8220;Klipp &#038; Klar&#8221;</a> &#252;ber das Thema &#8220;Mit B&#252;rgergeld aus der Hartz IV-Falle?&#8221;. Im Vergleich zu einer vergangenen rbb-Gespr&#228;chsrunde &#252;ber das Grundeinkommen, die mir in plastischer Erinnerung geblieben ist, war die aktuelle Sendung deutlich ausgeglichener und sachlicher. Auch wenn das Thema in einem solchen Konfrontations-Gespr&#228;ch nicht wirklich eine Chance hat, ernsthaft diskutiert zu werden, wurde diesmal zum Gl&#252;ck nicht nur Grundeinkommen-Bashing betrieben.</p>
<p>Dies war vor allem Prof. Opielka zu verdanken, der von allen am Gespr&#228;ch Beteiligten als einziger informative Beitr&#228;ge beisteuern konnte. Dass der scheidende Finanzsenator Sarrazin ein B&#252;rgergeld als nicht finanzierbar abtun w&#252;rde, war von Anfang an klar. Er ist immernoch der Prototyp des spr&#246;den Sparpolitikers, der ein bestimmtes Budget als Vorgabe bekommt und damit dann irgendwie haushalten muss. Aber darauf, dass man in der Politik auch die Einnahmeseite aktiv mitgestalten kann, kommt er leider nicht.</p>
<p>Nat&#252;rlich konnte in den 45 Minuten das Thema nur angekratzt werden, auch weil bestimmt die H&#228;lfte der Zeit &#252;ber den mehr oder weniger gro&#223;en Misserfolg von Hartz-4 gestritten wurde. Auf die zwei gr&#246;&#223;ten Vorurteile gegen ein Grundeinkommen, die sich bis heute in der Diskussion gerade bei uninformierten Skeptikern hartn&#228;ckig halten, konnte in dieser Runde leider nicht ausreichend eingegangen werden: die Frage der Finanzierung und danach, wer dann noch arbeiten ginge. Leider wurde nichtmal das Prinzip der negativen Einkommensteuer kurz erkl&#228;rt. Auch bei den Menschenbildern ist man kaum &#252;ber die g&#228;ngigen Unterschichten-Klischees hinausgekommen, obwohl man schon bem&#252;ht war, diese nicht so direkt zu &#228;u&#223;ern.</p>
<p>Das h&#246;rte man auch der Autorin Inge Kloepfer an, die ihren undifferenzierten Lieblingsbegriff von der &#8220;Leistungsgesellschaft&#8221; mehrfach wiederholte und daf&#252;r auch einigen Applaus erntete. Ihrer naiven Sichtweise nach g&#228;be es lediglich ein Unterangebot an Chancen (gegen&#252;ber den Risiken), und die bek&#228;me man durch Infrastruktur-Investitionen in den Griff. Da mit etwas mehr Bildung und Kinderbetreuung aber auch keine Arbeitspl&#228;tze auf den B&#228;umen wachsen, reicht das als L&#246;sung aber nicht, und dass viele wichtige T&#228;tigkeiten in unserer Gesellschaft heute sehr wohl eine gro&#223;e Leistung sind, aber derzeit &#252;berhaupt nicht bezahlt werden, passt wohl weder in ihr Weltbild, noch kam es heute zur Sprache. Stattdessen stellte sie aber klar, dass f&#252;r sie die M&#246;glichkeit des Versagens ganz klar dazugeh&#246;re, weil sich Leistung sonst nicht lohne. Offenbar h&#228;lt sie ein ganzes F&#252;nftel der Berliner und ein Zehntel der Bev&#246;lkerung Deutschlands f&#252;r Versager, denn so viele Hartz-4-Empf&#228;nger gibt es bereits. Die Tatsache, dass heutzutage auch gut gebildete und durchaus leistungsbereite Menschen keine Arbeit finden, konnte sie wie Sarrazin nur pauschal abstreiten bzw. ebenfalls als individuelles Versagen hinstellen.</p>
<p>Aus einigen Meinungen und Reaktionen wurde auch klar, dass Hartz-4 von einem Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung leider noch immer nicht als das erkannt wird was es tats&#228;chlich ist, n&#228;mlich keine aktivierende Geldverteilungsmaschine, sondern eine entw&#252;rdigende Zwangs-G&#228;ngelung und Unterdr&#252;ckung einer immer weiter wachsenden Bev&#246;lkerungsschicht mit Lohn-senkender, also deutlich marktverzerrender Wirkung. Aus der Forschung wei&#223; man zwar, dass die realen Effekte auf die Arbeitslosenzahlen minimal sind. Das Hartz-4-Konzept wird von vielen aber leider als richtig empfunden, weil sich die markigen Spr&#252;che der Schr&#246;der-Regierung und die Neid-Debatte in den Medien leider tief ins deutsche Bewusstsein gepr&#228;gt haben. Und wer die Entw&#252;rdigung noch nie am eigenen Leib sp&#252;ren musste, hat hier leicht reden. Dabei funktioniert Hartz-4 nicht, weil das Geld zum &#8220;F&#246;rdern&#8221; doch lieber eingespart wird, und weil zum &#8220;Fordern&#8221; schlichtweg die Arbeitspl&#228;tze fehlen. Unser strukturelles Problem von Erwerbsarbeit kann Hartz-4 jedenfalls nicht l&#246;sen, sondern nur die Armut versch&#228;rfen und dabei langsam aber sicher unser Sozialgef&#252;ge zerst&#246;ren.</p>
<p>Einen Aspekt am Rande werden vermutlich viele nicht mitbekommen haben, aber tats&#228;chlich konnte man in der Sendung heraush&#246;ren, dass Reformen wie Hartz-4, die es in &#228;hnlicher Form auch in anderen L&#228;ndern gab, f&#252;r die Weltwirtschaftskrise mit verantwortlich sein k&#246;nnten. Wenn Immobilien-Kredite platzen, weil Tausende von Familien die Abzahlungen f&#252;r ihr Haus nicht mehr leisten k&#246;nnen, dann liegt das eben nicht nur an unverantwortlichen Finanzprodukten, sondern auch daran, dass immer mehr Menschen in immer schlechtere Jobs mit Hungerl&#246;hnen gedr&#252;ckt werden. Die Stabilit&#228;t, die &#8220;f&#252;hrende&#8221; westliche Staaten vor ein paar Jahren den Menschen durch Workfare-Reformen entzogen haben, pumpen sie jetzt in die taumelnde Wirtschaft doppelt und dreifach.</p>
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		<title>Verfassungsentscheidung zu Wahlcomputern</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 09:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechte und Freiheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlcomputer]]></category>
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		<description><![CDATA[Lange genug hat es ja gedauert bis das Bundesverfassungsgericht sich &#252;berhaupt mit der Wahlcomputerfrage auseinandersetzen &#8220;durfte&#8221;. Zahlreiche Beschwerden und Reden mit goldenen Zungen vermochten Wahlleiter und Kommunalpolitiker in der Vergangenheit nicht zum Umschwenken bewegen, obgleich wohl der zu erwartende Vertrauensverlust in das grundlegendste demokratische Handwerkszeug den Kern unseres politischen Systems h&#228;tte gravierend sch&#228;digen k&#246;nnen. F&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange genug hat es ja gedauert bis das Bundesverfassungsgericht sich &#252;berhaupt mit der Wahlcomputerfrage auseinandersetzen &#8220;durfte&#8221;. Zahlreiche Beschwerden und Reden mit goldenen Zungen vermochten Wahlleiter und Kommunalpolitiker in der Vergangenheit nicht zum Umschwenken bewegen, obgleich wohl der zu erwartende Vertrauensverlust in das grundlegendste demokratische Handwerkszeug den Kern unseres politischen Systems h&#228;tte gravierend sch&#228;digen k&#246;nnen. F&#252;r das Superwahljahr 2009 kam diese Entscheidung nun gerade rechtzeitig.</p>
<p>Das gef&#228;llte <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/cs20090303_2bvc000307.html">Urteil</a> ist gleichsam clever wie weise. Nicht Wahlcomputer als solche wurden verboten, aber die fehlende Transparenz, die jedem heute bekannten Wahlcomputer innewohnt. Tats&#228;chlich d&#252;rfte meiner Ansicht nach mit keiner elektronisch basierten Methodik eine geheime Wahl m&#246;glich sein, die gleichzeitig die geforderte Nachpr&#252;fbarkeit f&#252;r Laien erm&#246;glicht. Namentliche Abstimmungen kann man zwar durchaus mit Computern und &#252;ber das Internet transparent und nachpr&#252;fbar durchf&#252;hren, jedoch hat das Gericht den Grundsatz der Geheimheit von Wahlen bekr&#228;ftigt.</p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat damit zum wiederholten Male wichtige Grenzen gesetzt, die von Legislative und Exekutive sehenden Auges ignoriert und &#252;bertreten wurden. Es mausert sich dadurch in den letzten Jahren immer mehr zur wichtigsten Instanz im Staate, und zwar zum einzigen Korrektiv f&#252;r eine Politik, die jedes Ma&#223; verloren hat. Es ist beruhigend wenn man sich wenigstens auf diese eine Institution noch verlassen kann. Es ist schon schlimm genug, wenn demokratische Partizipation auf ein Kreuz alle paar Jahre reduziert wird, Wahlcomputer aber h&#228;tten diese v&#246;llig zur Makulatur verkommen lassen.</p>
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		<title>Petition zum Grundeinkommen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 05:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfram</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lebensart]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte und Freiheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[BGE]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Einreichen oder Mitzeichnen einer (e-)Petition beim Deutschen Bundestag ist ein leichtes Mittel, dem Wunsch nach politischer Ver&#228;nderung Ausdruck zu verleihen. Fr&#252;her oder sp&#228;ter musste sie kommen, und nun ist sie schon fast vorbei: Die Petition zum Grundeinkommen l&#228;uft nur noch bis zum 10. Februar 2009 und sollte hier mitgezeichnet werden. Wer noch z&#246;gert, dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Einreichen oder Mitzeichnen einer (e-)Petition beim Deutschen Bundestag ist ein leichtes Mittel, dem Wunsch nach politischer Ver&#228;nderung Ausdruck zu verleihen. Fr&#252;her oder sp&#228;ter musste sie kommen, und nun ist sie schon fast vorbei: Die Petition zum Grundeinkommen l&#228;uft nur noch bis zum 10. Februar 2009 und sollte <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422">hier</a> mitgezeichnet werden. Wer noch z&#246;gert, dem sei in den folgenden Abs&#228;tzen ein wenig Argumentation anhand gegeben.</p>
<p>Die immer noch praktizierte Hartz-Moral lautet &#8220;wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen&#8221;. Diese Ansicht scheint in der christlichen Gesellschaft tief verwurzelt zu sein, wird aber in Deutschland durch eine menschenfeindliche B&#252;rokratie umgesetzt, bei der zu viele Menschen auf der Strecke bleiben, als dass man noch von Einzelf&#228;llen sprechen k&#246;nnte. Aber vielmehr schaden wir mit dieser Einstellung auch uns allen selbst, weil wir wertvolles Potential unterdr&#252;cken, sei es nun aus Angst, Neid oder einem populistischen Gerechtigkeitsempfinden. Man muss in letzter Konsequenz n&#228;mlich auch &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen zu Arbeitsangeboten, alles andere ist nicht besser als Zwangsarbeit. Wer es heute wagt &#8220;nein&#8221; zu sagen und nicht von seiner Familie oder Freunden unterst&#252;tzt wird, kann nur noch abseits der Gesellschaft leben, sprich unter einer Br&#252;cke.</p>
<p>Die schlimmste Fessel ist dabei die geradezu heilige Pr&#228;misse, dass die tendenziell weniger werdende Erwerbsarbeit die einzige zul&#228;ssige oder erstrebenswerte M&#246;glichkeit sei, sich in unsere Gesellschaft einzubringen. Aber das ist falsch. Tats&#228;chlich geht nur ein Drittel der deutschen Bev&#246;lkerung einer sog. &#8220;Erwerbsarbeit&#8221; nach. Ehrenamtliches Engagement, Mutterschaft und Erziehung, nachbarschaftliche Hilfe, politische Mitarbeit, k&#252;nstlerische Kreativit&#228;t: all diese Arbeit wird nicht in ausreichendem Ma&#223;e gesellschaftlich gew&#252;rdigt, obwohl diese meist viel wichtiger ist als so manche fragw&#252;rdige Bet&#228;tigung, die die eierlegende Wollmilchsau von Arbeitsmarkt hervorgebracht hat.</p>
<p>Heute brauchen wir in der Wirtschaft aber immer weniger Bodenpersonal und immer mehr hochqualifizierte Wissensarbeiter. Bei der tristen Bildungssituation brauchen wir uns nicht wundern wenn viele da nicht mehr mitkommen. Lebenslanges Lernen ist angesagt, aber in der deutschen Lebensrealit&#228;t noch immer nicht angekommen. In zehn bis zwanzig Jahren k&#246;nnte Arbeitslosigkeit gar der Normalfall sein, da wir immer weiter rationalisieren und automatisieren k&#246;nnen. Sollen wir dann alle von Almosen leben? Nein, das w&#252;rde ohne einen totalit&#228;ren &#220;berwachungsstaat auch nicht funktionieren. Genau wie beim Klimawechsel m&#252;ssen wir also besser fr&#252;her als sp&#228;ter die Weichen f&#252;r eine zukunftssichere Gesellschaft stellen und daf&#252;r die schmiede-eiserne Verbindung von Einkommen und Erwerbsarbeit l&#246;sen.</p>
<p>Wir brauchen einen Grundsockel aus dem heraus jeder B&#252;rger ohne st&#228;ndige Existenzn&#246;te an der Gesellschaft teilhaben kann. Der uns allen die Freiheit gibt, uns so in die Gesellschaft einzubringen wie es unseren individuellen F&#228;higkeiten und Talenten entspricht. Unliebsame T&#228;tigkeiten w&#252;rden endlich angemessen bezahlt, B&#252;rokratie k&#246;nnte stark abgebaut werden. Das Grundeinkommen w&#228;re nicht nur eine geeignete Unterst&#252;tzung zum lebenslangen Lernen und Weiterbilden, sondern auch die erste wirklich sichere Rente.</p>
<p>Der Wohlstand f&#252;r diese massive B&#252;rgersubvention ist l&#228;ngst vorhanden, aber w&#228;hrend Konzernprofite, Aktienaussch&#252;ttungen und Managerboni in den letzten Jahren geradezu unversch&#228;mte Ausma&#223;e angenommen haben, wurden L&#246;hne und Geh&#228;lter stets niedrig gehalten. Hartz-IV tut noch sein &#252;briges, um weniger gl&#252;ckliche Mitmenschen in Jobs mit Hungerl&#246;hnen zu dr&#252;cken. Das sind bedeutende Gr&#252;nde f&#252;r die klaffende Schere zwischen Arm und Reich, die Kindes- und Altersarmut, die jeder gern verdr&#228;ngt und stattdessen lieber auf Unterschichten-Stereotypen zeigt.</p>
<p>Die Finanzierung &#252;ber die Konsumsteuer ist umstritten, ihre Vorteile sind aber nicht von der Hand zu weisen: Das Grundeinkommen w&#252;rde die Steuer- und Abgabenlast auf Arbeit senken. Die heute aber ohnehin in den Produktpreisen enthaltenen Lohnnebenkosten w&#252;rden in die Konsumsteuer verlagert und dadurch transparenter. Also anders als viele zun&#228;chst denken, d&#252;rften sich die Preise dadurch nicht erh&#246;hen, da es sich um eine Verschiebung der Steuern- und Abgaben innerhalb des Gef&#252;ges handelt, die an anderer Stelle daf&#252;r wegfallen. Preis&#228;nderung geschieht jedoch an anderer Stelle: Produkte und Dienstleistungen aus Menschenhand w&#252;rden wieder bezahlbar und deutsche Arbeitspl&#228;tze endlich global wettbewerbsf&#228;hig. Die Steuerlast w&#252;rde im gleichen Atemzug auf deutlich mehr Schultern verteilt werden als haupts&#228;chlich auf das heutige Drittel namens &#8220;Leistungstr&#228;ger&#8221;.</p>
<p>Bitte <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422">mitzeichnen</a> (die Frist endet am 10.02.2009).</p>
<p>Netzwerk Grundeinkommen <a href="http://www.grundeinkommen.de/">http://www.grundeinkommen.de/</a><br />
Konsumsteuer-Modell <a href="http://www.unternimm-die-zukunft.de/">http://www.unternimm-die-zukunft.de/</a></p>
<p>UPDATE: Die Mitzeichnungsfrist wurde wohl aufgrund technischer Probleme des Petitionsservers um eine Woche verl&#228;ngert.</p>
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