Suspendierung des Rechtsstaates in Italien

Traurig und wütend machen mich die höchstens symbolischen Urteile gegen Angehörige der italienischen Exekutive, die beim G8 Gipfel 2001 in Genua im Rahmen einer nächtlichen Racheaktion Dutzende schlafender Menschen verhaftet, wiederholt zusammengeschlagen, sexuell genötigt und bis zur Folter misshandelt haben — darunter über 30 Deutsche. Von 93 Festgenommenen mussten 62 ärztlich behandelt werden, 28 davon stationär, 3 schwebten in Lebensgefahr. Ein Artikel im Stern (via annalist) schildert den Gewaltexzess, die jetzt gesprochenen Urteile, darunter viele Freisprüche.

Die Einflechtung faschistischer Ideologie ist haarsträubend. Italiens Regierung hat 2006 den meisten ihrer Täter schon vorsorglich eine Amnestie ausgesprochen, und schon nächstes Jahr werden auch die restlichen Delikte verjähren. Aus dem Dienst entlassen wurde niemand.

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