Endlich rauchfrei?
Sollte das Nichtraucher-Gebot in Lokalen trotz einiger unverbesserlicher Wirte und Gäste tatsächlich funktionieren? Dietmars erste Eindrücke zum neuen Jahr stimmen mich jedenfalls positiv.
Etwa geschätzte 80–85 % aller Restaurants, Cafes und Bars sind demnach [...] rauchfrei. Es gibt nur ein paar Ausreißer, von denen man es sich wohl auch schon vorher hätte denken können.
Auch ich hatte eine angenehme Erfahrung. Ein indisches Restaurant, das ich leider schon mit Rauch erlebt hatte, präsentierte nun eine durchgestrichene Zigarette vorn an der Eingangstür. Während des entspannten Aufenthalts, während dem man wirklich gut durchatmen konnte, kam es dann zu spannenden Momenten. Zwei Gäste an einem Nachbartisch spielten erst mit einem Feuerzeug, und als sie später ihren Tabak rausholten, wähnte ich mich schon mang einer blauen Wolke. Aber dann konnte ich doch genüsslich weiteratmen, denn sie hatten sich nur eine Dosis für später portioniert.




Am 9. Januar 2008 um 08:33 Uhr
Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich bin seit ein paar Jahren Nichtraucher. Übrigens ohne Probleme und Hilfsmittel geworden, nachdem ich über Jahrzehnte, 3-4 Schachteln (BigPack) am Tag geraucht hatte.
Nun darf also nicht mehr geraucht werden. Nirgendwo. Zumindest nicht mehr bezahlbar. Demnächst werden sie den Alkohol verbieten. Das ist sicher.
Das Veröffentlichen von Meinungen ist schon sehr eingeschränkt, ein Denkverbot wird folgen.
Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll. Wir erzählen doch sonst immer von der Macht des Marktes. Ich hab kaum jemanden in Nichtraucherkneipen gehen sehen, als es noch Wettbewerb gab. Vielleicht weil es da zu langweilig und miefig war. Deshalb starben diese Kneipen und Restaurants wie die Fliegen am Ende des Sommers.
Ich musste mal eine Kantine rauchfrei machen in einem großen Computerunternehmen. War toll. Der Umsatz brach um 90 Prozent ein, die Mitarbeiter aßen am Arbeitsplatz, der kommunikative Sinn der Kantine war tot. Dann kamen Nichtraucherbürotrakte und Besprechungszimmer.
In die Nichtraucherbesprechungszimmer brauchten wir noch nicht einmal die Putzfrauen zu schicken. Die wurden nicht schmutzig. Ging ja eh keiner rein, während sich um die Raucherbereiche geprügelt wurde.
Ich habe dann entschieden, denjenigen der massiven Raucherschutz wollte und durchsetzte zu feuern. Zum Glück bot er Anlässe genug. Anlässe die ich bei jedem anderen nicht gesehen hätte. Danach konnte wieder vernünftig gearbeitet werden. Es blieben sogar Nichtraucherbüros und zwei oder drei Tische in der Kantine, die auch besetzt wurden, als Nichtraucherbereich.
Ich sehe heute die Leute überall rauchen. Es gibt ja viele die sich auch noch trauen, selbstständig zu denken. Wer ein Verbot für alle braucht, um seine Interessen durchzusetzen, liegt falsch. Mit der gleichen Begründung könnte ich auch Schußwaffen an alle ausgeben um Sicherheit zu schaffen.
Am 9. Januar 2008 um 12:53 Uhr
Dass man Dinge nicht überstürzen kann ist klar. Eure Kantine/Büros von einem Tag auf den anderen umzustellen, ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter zu berücksichtigen, war selbstverständlich zum Scheitern verurteilt. Klarer Fall von schlechtem Management. Aber es war richtig und wichtig, rauchfreie Bereiche zu schaffen, selbst wenn du es jetzt so darstellst als sei Rauchen eine Produktiv-Droge und der Segen für jedes Unternehmen — und die nichtrauchenden Mitarbeiter geradezu eine Plage!
Was so schwierig zu ändern ist, ist die Gewohnheit. Raucher verbinden gerne alle möglichen Anlässe und Gewohnheiten mit einer Zigarette: eine zur Belohnung, eine zum Trösten, eine zum Konzentrieren, eine zum Entspannen, eine nach dem Essen, eine zum gesellig sein, eine nach dem Sex. Zigaretten passen eben gut zu allem und zu gar nichts gleichermaßen. Aber nur weil sie wie “harte Drogen” stark abhängig machen und der Nikotinspiegel unweigerlich immer wieder runterfällt. Mit selbständigem Denken hat das nun gar nichts zu tun. Wer raucht, zeigt im Gegenteil, dass er oder sie (zumindest in dieser Hinsicht) gerade nicht selbständig denkt, sondern sich das Suchtzentrum selbstständig gemacht hat. Gerade dass du nicht mehr rauchst zeigt, dass du inzwischen selbständig denken kannst. Aber die einmal antrainierte Reaktion auf Zigarettenrauch bleibt dir auch als Ex-Raucher erhalten und wird dich weiterhin passiv beglücken.
Das Denken allein wäre nun noch kein Grund, um ein Verbot auszusprechen. Rauchen ist (leider) auch nicht überall verboten wie du es so plakativ darstellst — nicht auf der Straße und nicht in den eigenen vier Wänden. Was aber verboten werden soll ist die fortwährende Belästigung und krankmachende Wirkung auf andere, die Raucher gerne ausblenden oder die ihnen einfach egal ist. Was wir jetzt hören ist der laute Katzenjammer der rauchenden Minderheit, der fast nichts über die eigene “Freiheit” geht, ihre Sucht zu befriedigen, zu rechtfertigen und zu verteidigen. Diese “Freiheit” zu bewahren hat aber nichts Heldenhaftes, denn sie wurde Stück für Stück von der Mehrheit geraubt, die nicht rauchen will — sowohl selber nicht als auch nicht als passiver Mitraucher.
Würde Nikotin nicht so verdammt abhängig machen, gäbe es schon lange keine Raucher mehr, weil niemand freiwillig noch bereit wäre sich so einen Dreck reinzuziehen. Ich habe mein Leben lang unter Zigarettenrauch gelitten und immer wieder die gleichen blöden Sprüche anhören müssen, aber jetzt ist endlich Schluss damit!
Am 16. April 2008 um 10:52 Uhr
Naja, solange Zigaretten noch recht erschwinglich sind, wird auch fröhlich weitergeraucht. Meinetwegen könnte die Regierung die Steuern auf das Zeug noch viel mehr erhöhen. Dann kommen entweder mehr Gelder in die Staatskassen, oder es rauchen weniger Leute. Bei zweiter Auswahl ist dann auch irgendwie ein Nichtraucherschutz gewährleistet. Rauchen muss als “Luxusgut” und nicht als Droge angesehen werden, erst dann würde ein Nichtraucher-Schutz auf greifen.
Mark
Am 18. Mai 2008 um 00:09 Uhr
Jedes Tier flüchtet in Todesahnung, reflexartig vor Feuer und Rauch. Nur das Säugetier Mensch setzt sich darüber hinweg; nur er macht sich Feuer vor der Nase und zieht den Rauch und die Verbrennungsprodukte in seine Lunge, und schädigt so das Organ das ihm den Sauerstoff für seine Lebensfähigkeit liefert. Das frühzeitige Ableben des Rauchers ist so vorprogrammiert. Er kann es aber kaum ändern, den das Nikotin spricht das Belohnungssytem des Gehirnes an; es kommt zu Suchtverhalten und Realitätsverlusst. Raucher faseln von Freiheit, Lebensqualität und erlauben sich andere anzustinken und zu vergasen. Amerikanischer Forscher haben es auf den Nennner, “Rauchen macht dumm!” gebracht, was aus der Aussage der Raucher hervorgeht, “Ich kann es wann immer lassen, wenn ich will!”
Kaum ein Raucher gibt das Rauchen auf; Raucher-Entziehungs-Behandlungen oder -Hypnosesitzungen zeitigen keine nachhaltigen Erfolge.
Raucher können das Rauchen nicht lassen ; Raucher sterben aber aus. Tun wir alles um keinen Rauchernachwuchs nachzuzüchten.
Alexander
Am 10. Juli 2008 um 14:48 Uhr
Also Raucherverbot im Allgemeinen find ich nicht schlecht für Gaststätten, obwohl ich bei Kneipen gegen ein Raucherverbot bin, da sehr viele kleine Dorfkneipen wegen des Rauchverbots insolvenz anmelden. Viele Finanzieren Ihren Lebensunterhalt von den Kneipeneinahmen, aber wenn pro Tag nur noch 2 Leute kommen, wird dies zum echten Problem…Gruß
Am 6. November 2008 um 21:20 Uhr
besonders für familien ist das rauchfreie ausgehvergnügen ne tolle sache. wir lassen sehr viel mehr geld in der gastronomie. früher ist man immer um sechs gegangen und hat sich beeilt vor dem andrang nach hause zu gehen.