Die einzige wirksame Anti-Terror-Maßnahme wäre..

Die politische Debatte zur “Sicherheit” verläuft viel zu technisch. Die extreme Überwachung bringt kaum zusätzliche Sicherheit, dafür jede Menge Beschränkungen und Gefahren durch Missbrauch. Auch Fingerabdrücke und Funkchips in Pässen und Ausweisen können kein bischen mehr an Terror verhindern, füllen aber milliardenhoch die Kassen von Biometriefirmen auf Kosten der Bürger. Das Grundgesetz wird mit Füßen getreten. Darüber, welche hochbezahlten Aufsichtsrats- oder Beraterposten der Bundesinnenminister für die Zeit nach seinem Abtritt versprochen bekommen hat, will ich heute aber nicht spekulieren, genausowenig über feuchte Träume von der Totalerfassung und der Kontrolle aller deutschen Bürger.

Und dennoch könnten feuchte Träume auf einen wichtigen Aspekt dieses uralten — von Wolfgang Schäuble dramatisierten und instrumentalisierten — Problems der Menschheit hinweisen. Nach einem Artikel des Magazins “Psychology Today” seien religiös motivierte Selbstmordattentäter meistens sehr junge muslimische Männer. Sie alle seien ohne Partnerin und hätten aufgrund ihres niedrigen sozialen Status und dem relativ geringen Angebot an potentiellen Partnerinnen auch wenig Aussichten auf eine solche. Da sei es kein Wunder wenn der versprochene Jungfrauen-Harem im Himmel eine reizvolle Option darstellt. Wäre der männliche Konkurrenzdruck in diesen Ländern nicht so hoch, gäbe es bestimmt deutlich weniger junge Männer, die sich zum Einsatz als lebender Sprengkörper überreden ließen.

“Sorgen wir dafür, dass er bumsen kann, dann haben wir keinen Ärger mehr.” (Bill Murray alias Peter Venkman, Ghostbusters)

Man kann es natürlich auch etwas gefühlvoller ausdrücken:

“All You Need is Love” (Beatles)

Einen ähnlichen Befund konnte man schon bei den Amok-laufenden Schülern feststellen. Keiner von ihnen hatte eine Freundin, niemand hatte ihnen das Gefühl gegeben, geliebt zu werden und ein wertvolles Wesen zu sein. Wenn Menschen ihre Zukunft nicht mehr als lebenswert betrachten, weil sie fortwährend ausgegrenzt werden, braucht man sich nicht wundern, wenn einige von ihnen auf so eine Zukunft lieber verzichten wollen oder sich für einen “höheren Zweck” zum Verzicht überreden lassen. Die einzige wirksame Anti-Terror-Maßnahme wäre, diese armen Teufel zu verkuppeln und ihnen einen guten Job zu verschaffen.

Was Menschen am allermeisten wollen ist doch nur, glücklich zu sein. Also müssen wir dafür sorgen, dass die Gesellschaften auf dieser Welt toleranter, freiheitlicher und vor allem sozial gerechter werden. Menschen dürfen nicht kategorisch ausgegrenzt werden. Die soziale Schere geht aber leider auch in unserem Land immer weiter auf, und die jüngsten deutschen Regierungen haben diesen Trend sogar auf ganz perfide Art und Weise gesetzlich festgeschrieben: Tausende desillusionierter Hartz-IV-Empfänger werden bei uns gesellschaftlich ausgegrenzt und behördlich genötigt, persönliche Details bis in den Intimbereich offenzulegen. Auf einer anderen Ebene ist es der völkerrechtswidrige Krieg der Amerikaner im Irak, der nichts als Elend und Verzweiflung hervorgebracht hat. Terrorismus und Amok-Läufe sind aber gerade ein Ausdruck von Verzeiflung und können nur eingedämmt werden, indem man allen Menschen eine wirklich faire Teilhabe am Leben und am Glück auf diesem Globus sicherstellt.

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